Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat am Donnerstagmorgen für sechs Bundesländer und mehr als 100 Landkreise und kreisfreie Städte amtliche Hitzewarnungen herausgegeben. Bis zum Abend werden verbreitet Werte zwischen 26 und 36 Grad erwartet, im Oberrheingraben bis zu 37 Grad. Die Warnung gilt nach DWD-Angaben von 11 bis 19 Uhr und betrifft Rheinland-Pfalz, das Saarland und Baden-Württemberg sowie Teile von Nordrhein-Westfalen, Hessen und Bayern.
Hinter dem Wärmeschub steht eine Luftmasse, die unter Hochdruckeinfluss aus Nordafrika über die Iberische Halbinsel nach Mitteleuropa strömt. „Sehr warme bis heiße Luftmassen“ zögen aus Südwesten heran, schreibt der DWD in seiner Wochenvorhersage. Der Taupunkt liegt im Süden bereits zwischen 17 und 21 Grad und soll bis Samstag im Norden auf bis zu 24 Grad steigen. Damit kühlt es auch nachts vielerorts nicht mehr unter 20 Grad ab, der Schwellenwert für sogenannte Tropennächte.
Den Höhepunkt der Hitzewelle erwartet der Wetterdienst am Freitag und Samstag. Verbreitet werden 30 bis 35 Grad prognostiziert, im Südwesten lokal bis 38 Grad. Am Freitag könnten sich nach Angaben des DWD im Tagesverlauf markante Gewitter entwickeln, regional auch „extreme Unwetter“ mit Starkregen. Die höchste Warnstufe gilt, wenn binnen einer Stunde mehr als 40 Liter Regen pro Quadratmeter fallen oder innerhalb von sechs Stunden mehr als 60 Liter. Am Samstag bleibt es schwülheiß bei Werten zwischen 30 und 37 Grad.
Belastung für Ältere, Pflegebedürftige und Bauarbeiter
Der DWD warnt vor „extremer Belastung“ für den menschlichen Körper. Besonders gefährdet seien ältere und pflegebedürftige Menschen, chronisch Kranke, Säuglinge und Beschäftigte unter freiem Himmel. Die Behörde empfiehlt, körperliche Anstrengung in den Mittagsstunden zu meiden, ausreichend zu trinken und Innenräume durch nächtliches Lüften kühl zu halten.
Sehr warme bis heiße Luftmassen strömen unter Hochdruckeinfluss aus Südwesten ein.
Das Bundesgesundheitsministerium hatte im vergangenen Sommer drei neue Hitzeschutzpläne vorgelegt, unter anderem für Apotheken. Diese sollen als niedrigschwellige Anlaufstellen über die Wirkung von Medikamenten unter Hitze informieren, etwa zu Blutdrucksenkern oder Diuretika, die bei hohen Temperaturen anders wirken können. Krankenkassen haben Telefon-Hotlines für die Sommermonate eingerichtet. Das Robert Koch-Institut führt eine erweiterte Hitzeüberwachung, die zusätzliche Sterbefälle in Echtzeit erfasst.
Über das Wochenende hinaus dürfte die Hitzeperiode anhalten. Die Wettermodelle des europäischen Vorhersagezentrums ECMWF und des amerikanischen GFS deuten auf eine Fortsetzung bis Ende Juni hin, mit Temperaturanomalien von 8 bis 12 Grad über dem langjährigen Mittel. Eine spürbare Abkühlung zeichnet sich nach derzeitigem Stand frühestens zum Monatswechsel ab.