Konsta Helenius drehte sich in der 71. Minute, zog von rechts ab und beendete einen Schweizer Sommertraum: Finnland hat am Sonntagabend in Zürich die Eishockey-Weltmeisterschaft 2026 gewonnen, 1:0 nach Verlängerung gegen Gastgeber Schweiz. Es ist der fünfte WM-Titel der Finnen nach 1995, 2011, 2019 und 2022, und für die Schweizer Auswahl von Trainer Jan Cadieux die dritte Final-Niederlage in Folge.

Sechzig Minuten lang hatte das Endspiel keinen Treffer gesehen. Beide Mannschaften zeigten, wie die Sportschau aus Zürich berichtet, eine starke Defensive, die Schweiz ließ kaum hochkarätige Chancen zu, die Finnen verteidigten dominant. Bereits früh im Spiel hatte Anton Lundell für Finnland getroffen, doch Schiedsrichter André Schrader annullierte den Treffer nach Videobeweis wegen hohen Stocks. In der Verlängerung dann der Schuss von Helenius, Stürmer der Buffalo Sabres, mitten ins Schweizer Herz, wie der Tages-Anzeiger titelte.

Sie sind wie Roboter.
- Moritz Seider, deutscher NHL-Verteidiger, über die finnische Mannschaft, zitiert nach news.de

Die Niederlage hat in der Schweiz inzwischen Tradition. 2013, 2018, 2024 und 2025 stand das Land schon im Finale, jedes Mal ohne Titel; fünfmal nun also Silber bei einer WM. Captain Roman Josi wurde nach Angaben der Sportschau zum wertvollsten Spieler des Turniers gewählt und zusammen mit Goalie Leonardo Genoni und Sven Andrighetto ins All-Star-Team berufen. Das Schweizer Finaltrauma, wie news.de es nennt, bleibt dennoch bestehen.

Norwegen sorgt für die Sensation

Während sich Schweizer Tränen und finnische Jubelszenen abwechselten, schrieb Norwegen Eishockey-Geschichte: Im Spiel um Platz drei schlugen die Skandinavier den Rekord-Weltmeister Kanada mit 3:2 nach Verlängerung. Bronze ist die erste WM-Medaille der norwegischen Verbandsgeschichte überhaupt, bislang war 1951 ein vierter Platz das beste Resultat. Kanada, sonst beinahe jedes Turnier mit Edelmetall verlassend, fährt diesmal ohne Medaille heim.

Für Deutschland war die WM früh zu Ende, NHL-Verteidiger Moritz Seider blieb am Sonntag dennoch ein gefragter Beobachter. Über die Finnen sagte er knapp: „Sie sind wie Roboter“, zitierte ihn news.de. Genau aus diesem Stoff, aus harter Defensive, kalter Effizienz und einem einzigen Schuss, der zählt, hat Finnland in Zürich Gold geformt.