Deutschlands stärkste Gruppengegner haben sich zum WM-Auftakt nicht aus der Reserve gelocken lassen. Elfenbeinküste und Ecuador trennten sich am späten Sonntagabend Ortszeit im Lincoln Financial Field von Philadelphia 0:0. Beide Mannschaften nehmen einen Punkt aus dem ersten Spieltag der Gruppe E mit - Bundestrainer Julian Nagelsmann bleibt mit seinem 7:1 gegen Curacao alleine an der Tabellenspitze.

Die torlose Partie hatte mit Ecuador einen klaren Gewinner an Großchancen. John Yeboah donnerte den Ball in der 23. Minute aus dem Halbfeld an den Pfosten, sieben Minuten später köpfte Alan Minda nach Vorlage von Pedro Vite an die Latte. „Der Pfosten war Ecuadors bester Verteidiger“, protokollierte der kicker-Liveticker. Sebastián Beccaceces Mannschaft, in den vergangenen zwölf Pflichtspielen unbesiegt, dominierte die Anfangsphase, ohne Hernán Galíndez vor besondere Aufgaben zu stellen.

Die Elfenbeinküste reagierte mit Härte. Schiedsrichter zückte bereits vor der Pause drei Gelbe gegen Seko Fofana (28.), Kapitän Franck Kessié (38.) und Guéla Doué (40.) - eine Hypothek, mit der Trainer Emerse Faé nach der Pause umsichtiger agieren musste. Die beste Chance der Ivorer vergab Nicolas Pépé Mitte der zweiten Halbzeit nach Vorarbeit von Yan Diomandé, der bei RB Leipzig im Frühjahr seinen Marktwert deutlich gesteigert hat. Auch Simon Wahis Abschluss aus zentraler Position scheiterte an Galíndez. Moisés Caicedo, Schaltzentrale der Ecuadorianer und bei Chelsea unter Vertrag, musste in der ersten Halbzeit kurz behandelt werden, spielte aber durch.

Es ist keine super einfache Gruppe, aber eine machbare, in der wir uns durchsetzen wollen.
- Julian Nagelsmann, nach der WM-Auslosung, zitiert nach Goal

Was das für den DFB bedeutet

Nagelsmann und sein Stab waren beim Spiel laut t-online persönlich vor Ort, Manuel Neuer und Teile der Mannschaft verfolgten die Partie aus dem Quartier in Houston. Die Tabelle ist nach dem 1. Spieltag eindeutig: Deutschland 3 Punkte, Ecuador und Elfenbeinküste je einer, Curacao null. Beide Außenseiter brauchen gegen das DFB-Team nun einen Sieg, um die Achtelfinal-Rechnung sauber zu halten - eine Konstellation, die Nagelsmanns Mannschaft am 20. Juni in Toronto gegen die Elfenbeinküste mehr taktische Optionen lässt.

Aus Berliner Sicht setzt der Abend zwei Hinweise. Ecuador, mit Verteidigern wie Willian Pacho (Paris Saint-Germain), Piero Hincapié (Arsenal) und Joel Ordóñez aufgestellt, hat mit Caicedo einen Sechser auf Champions-League-Niveau, schießt aber selten direkt aufs Tor. Die Elfenbeinküste verteidigt eng und wuchtig, gerät dabei aber in Disziplinprobleme - ein Profil, das die DFB-Auswertung an die Vorbereitungspartien gegen Schottland und Korea heranführen dürfte. Bei der ARD sagte der Co-Kommentator nach Spielende, dass „beide Teams den Sieg gegen Deutschland brauchen werden, um weiterzukommen“. Die letzte Gruppengegnerin Ecuadors heißt am 25. Juni: Deutschland, MetLife Stadium in East Rutherford.