Die Elfenbeinküste hat ihre WM mit einem späten Sieg eröffnet. Im Lincoln Financial Field von Philadelphia gewann das Team von Trainer Emerse Faé am Sonntagabend 1:0 gegen Ecuador, das entscheidende Tor fiel in der 88. Minute. Amad Diallo, in der Schlussphase eingewechselt, verwertete eine Hereingabe von Wilfried Singo per Direktabnahme ins lange Eck.

Lange hatte die Begegnung von Gruppe E in eine andere Richtung tendiert. Ecuador, von Sebastián Beccacece auf der Basis einer kompakten Defensive in das Turnier geführt, hatte über weite Strecken die besseren Chancen. John Yeboah, Alan Minda und Antonio Valencia trafen jeweils das Aluminium, Wahi setzte einen Lattenkracher für die Ivorer obendrauf. „Wir haben uns dreimal selbst um den Lohn gebracht“, sagte Beccacece nach Abpfiff laut Sportschau. „Das Ergebnis ist nicht das, was wir uns erhofft hatten.“

Diesen Sieg haben wir gebraucht. Wir sind hierher gekommen, um Geschichte zu schreiben.
- Amad Diallo, Stürmer Elfenbeinküste, Sportschau

Faé, einst Spieler bei Nantes und Nizza, hatte für seinen Auftaktauftrag auf eine erfahrene Achse gesetzt. Sangaré und Kessié übernahmen die Aufbauarbeit im Mittelfeld, Singo besetzte die rechte Außenbahn. Der Wechsel auf Diallo erfolgte in der 70. Minute, als die Ivorer offensiv keine Wege fanden. Der 23-Jährige, Manchester-United-Profi und Torschützenkönig des Afrika-Cups 2025, brauchte 18 Minuten - dann nutzte er den ersten klaren Konter. „Diesen Sieg haben wir gebraucht“, sagte Diallo gegenüber demselben Sender. „Wir sind hierher gekommen, um Geschichte zu schreiben.“

Ecuador in der Falle der eigenen Chancen

Für Ecuador bedeutet die Niederlage einen schwierigen Start in eine Gruppe, die mit Deutschland und Curaçao auch das Auftaktduell mit 7:1 erlebt hat. Beccacece muss sein Team neu sortieren, ohne den nach gelb-roter Karte gesperrten Moisés Caicedo zur Verfügung zu haben. „Das ist nur der Anfang. Wir müssen weiterarbeiten“, betonte der Argentinier nach dem Spiel. Sein Team hatte sich vor der WM mit Siegen gegen Argentinien und Uruguay empfohlen.

Die Elfenbeinküste trifft am 19. Juni im NRG Stadium von Houston auf Deutschland. Bundestrainer Julian Nagelsmann dürfte den Auftritt der Ivorer aufmerksam verfolgt haben: Eine kompakte Defensive, ein gefährliches Mittelfeld und mit Diallo ein Joker, der spät über das Ergebnis entscheiden kann. Faé selbst sagte vor Reportern in Philadelphia, sein Team werde „jedes Spiel mit derselben Demut“ angehen.