Wenn die norwegische Nationalmannschaft am Dienstagabend um 19:00 Uhr MESZ im AT&T Stadium in Arlington gegen die Elfenbeinküste aufläuft, kehren Erling Haaland und Martin Ødegaard nach einer ungewöhnlichen Auszeit zurück. Trainer Ståle Solbakken hatte beide im letzten Gruppenspiel gegen Frankreich auf der Bank gelassen, gleich zehn Wechsel vorgenommen und das Spiel mit 1:4 verloren. Vor dem Sechzehntelfinale verteidigt der Coach die Personalrochade nüchtern: „Was wir getan haben, war ein No-Brainer“, sagte Solbakken laut Sport1.

Die Entscheidung hatte in Norwegen für Spott gesorgt. Die Tageszeitung Nettavisen titelte, das Team werde „im Ausland verspottet“, auch das Aftenbladet kritisierte die XXL-Rotation. Solbakken wies das zurück: Sein Stammpersonal habe nach dem zähen 3:2 gegen den Senegal eine Pause gebraucht, weil die K.o.-Phase auf das Team zurolle. „Wir sind nicht hier, um das zu beschönigen. Wir sind hier, um so weit wie möglich zu kommen“, sagte er laut Feverpitch.de.

Haaland kommt nach zwei Gruppenspielen auf vier Turniertore - eine Quote, die ihn im Wettbewerb um den Goldenen Schuh ganz vorne hält. Sportwetten-Anbieter führen Norwegen mit einer impliziten Siegwahrscheinlichkeit um die 51 Prozent als leichten Favoriten. Mehr als ein Indiz ist das jedoch nicht: Die Elfenbeinküste erreicht in ihrer vierten WM-Teilnahme erstmals die K.o.-Phase und beendete Gruppe E hinter Deutschland mit Siegen über Ecuador und Curaçao.

Faé setzt auf Tempo, Solbakken auf seine Stammelf

Trainer Emerse Faé dürfte erneut mit der Doppelsechs Franck Kessié und Ibrahim Sangaré planen, davor sollen Amad Diallo, Yan Diomande und Pépé für Tempo sorgen. Hinter den Ivorern steht eine kompakte Defensive um Ousmane Diomandé und Evan Ndicka. Auf der Gegenseite kehren neben Haaland und Ødegaard auch Antonio Nusa und Alexander Sørloth in die Startelf zurück; Sander Berge und Fredrik Aursnes vermutlich ebenso.

Solbakken weiß, wo Norwegens Risiko liegt. „Wenn wir den Ball verlieren, geht das alles zu schnell“, sagte er nach dem Frankreich-Spiel - eine Warnung, die das ivorische Umschaltspiel mit Diallo und Diomande direkt adressiert. Das Spiel ist Norwegens erstes K.o.-Match bei einer WM seit 1998, als das Team im Achtelfinale an Italien scheiterte.

Was wir getan haben, war ein No-Brainer.
- Ståle Solbakken, Norwegens Trainer, zur Rotation gegen Frankreich

Übertragen wird die Partie hierzulande live bei Sportschau und ZDF. Der Sieger trifft im Achtelfinale entweder auf Marokko oder auf den Sieger der Partie Belgien gegen Senegal. Für die Elfenbeinküste wäre das Achtelfinale ein historischer Schritt, für Norwegen mehr: das erste WM-Viertelfinale der Verbandsgeschichte.