Der FC Bayern hat am Sonntag beim SV Elversberg mit 2:1 gewonnen und den dritten Bundesliga-Sieg der Saison eingefahren - allerdings mit erheblicher Mühe. An der Kaiserlinde brachte Lennart Karl den Rekordmeister in der 26. Minute nach Vorlage von Ismael Saibari in Führung, ehe Aufsteiger-Stürmer Maurice Krattenmacher in der 61. Minute mit einem Distanzschuss in den rechten Winkel ausglich. Erst nach einem Vierfachwechsel von Trainer Vincent Kompany traf Harry Kane in der 72. Minute zum entscheidenden 2:1 - sein erstes Bundesliga-Tor der Saison 2026/27.

Kompany hatte sein Team nach dem Champions-League-Auftritt in der Mitte der Woche gleich siebenmal umgestellt und begonnen ohne Manuel Neuer, Joshua Kimmich und Jamal Musiala. Das rächte sich: Die Bayern kontrollierten den Ball, kamen aber lange zu keinen klaren Chancen, während Elversberg über Konter gefährlich blieb. Ein Treffer von Cole Campbell wurde wegen einer umstrittenen Abseitssituation nach Einwurf zurückgenommen. Nach dem Ausgleich reagierte Kompany, brachte Kimmich, Musiala, Luis Díaz und Alphonso Davies gleichzeitig - der Wechsel wirkte umgehend.

Das war brutal. Danach kam der ganze bayerische Zorn über uns.
- Vincent Wagner, Trainer SV Elversberg, laut Tagesspiegel

Elversberg-Trainer Vincent Wagner, dessen Sperre kurzfristig aufgehoben worden war, bewertete den Auftritt trotz der Niederlage positiv. „Ich habe eine Mannschaft gesehen, die inzwischen wirklich guten Fußball spielt“, sagte Wagner nach Angaben von Kicker. „Manchmal waren wir aber nicht mutig genug, und Bayern ist einfach exzellent.“ Kompany zeigte sich beeindruckt vom Umfeld: Er habe „eine Atmosphäre wie diese“ trotz Stationen in halb Europa noch nicht erlebt, zitierte ihn der Tagesspiegel. Sein Team habe Tempo und Zweikampfhärte vor der Halbzeit vermissen lassen - „ein schwieriger Tag für uns“.

Krattenmachers Bumerang und Eberls Warnung

Krattenmacher, der zwischen 2013 und 2016 in der Bayern-Jugend gespielt hatte, wurde für seinen ehemaligen Klub am Sonntag zum Bumerang. Sein Ausgleichstreffer war das dritte Elversberger Bundesligator gegen einen früheren Meister - nach den Coups gegen Bayer Leverkusen (3:2) und Borussia Mönchengladbach (4:3), mit denen der Aufsteiger vor dieser Partie noch vor den Bayern in der Tabelle gestanden hatte. Nach dem 1:2 rutscht Elversberg mit sechs Punkten auf Platz sechs ab, Bayern klettert mit sieben Zählern auf Rang vier. Sportvorstand Max Eberl kündigte laut Sportschau eine klare Linie an: Wer nicht die geforderte Leistung bringe, werde auf der Bank Platz nehmen - „egal, wie der Name lautet“.