SV Elversberg hat auch das zweite Bundesliga-Spiel gewonnen und tritt damit als bislang einzige punktgleiche Mannschaft mit dem Meister Bayern München auf. Der saarländische Aufsteiger drehte am Samstagnachmittag im Borussia-Park einen 1:3-Rückstand und siegte durch einen Konter von Maurice Krattenmacher in der 92. Minute mit 4:3. Vor 51.042 Zuschauern kam Borussia Mönchengladbach damit auch am zweiten Spieltag nicht zu Zählbarem - nach dem 0:3 in Leipzig steht der Klub von Trainer Eugen Polanski ohne Punkt da.

Hugo Bolin hatte die Fohlen früh in Führung gebracht (11.), David Mokwa glich für die Elv aus (29.). Kurz vor der Pause brachte Bolin die Gastgeber erneut in Front (44.) - jenem Treffer war laut Elversberger Protesten ein regelwidriger schneller Einwurf von Tim Kleindienst vorausgegangen. Elversbergs Trainer Vincent Wagner reklamierte lautstark, sah nach dem Pausenpfiff Gelb-Rot und wird am kommenden Samstag beim Auswärtsspiel in München fehlen. Nach der Pause erhöhte Joe Scally auf 3:1 (56.), doch die Elv antwortete: Krattenmacher verkürzte (66.), Felix Keidel traf per direkt verwandeltem Freistoß in den Winkel zum 3:3 (80.), und in der Nachspielzeit vollendete Krattenmacher einen Konter zum 4:3-Endstand.

Gladbach ist eine Hürde nicht viel kleiner als Leverkusen.
- Vincent Wagner, Elversberg-Trainer, vor dem Spiel

Kleinste Bundesliga-Adresse mit sechs Punkten

Elversberg ist die kleinste Kommune, die je in der Bundesliga vertreten war: Spiesen-Elversberg im Saarland zählt rund 13.000 Einwohner. Nach dem 3:2 zum Auftakt gegen Bayer Leverkusen und dem Auswärtssieg in Gladbach steht die Elv mit sechs Punkten aus zwei Spielen im oberen Tabellendrittel. „Es fühlt sich noch immer irgendwie surreal an. Wir versuchen, es zu genießen und fußballerisch unseren Teil beizutragen“, hatte Wagner vor dem Anpfiff gegenüber den Medien gesagt.

Für Borussia Mönchengladbach wird die Lage nach dem zweiten Spieltag angespannt. Eugen Polanski, im Sommer nach der Trennung von Gerardo Seoane vom Interims- zum Cheftrainer befördert, hatte auf der Pressekonferenz vor der Partie noch mehr Durchsetzungsvermögen gefordert: „Wir müssen präsent sein, in die Zweikämpfe kommen. Das ist es, was uns in den Situationen der Gegentore gefehlt hat“, sagte er nach dem Fehlstart in Leipzig, wie borussia.de zitiert. Der Auftritt gegen die Elv lieferte ein ähnliches Bild: Nach einer strukturierten ersten Halbzeit brach die Defensive ein zweites Mal in dieser Saison ein.

Am kommenden Samstag empfängt Bayern München die Elv in der Allianz Arena, dann ohne Wagner an der Seitenlinie. Gladbach reist am gleichen Tag zum Aufsteiger 1. FC Köln.