Die SV Elversberg hat ihr erstes Bundesliga-Spiel überhaupt mit 3:2 gegen Bayer 04 Leverkusen gewonnen. Vor 9.307 Zuschauern in der teilweise noch im Umbau befindlichen URSAPHARM-Arena an der Kaiserlinde führte der Aufsteiger nach neun Minuten bereits 2:0, brachte den 3:0-Vorsprung über weite Strecken souverän über die Zeit und überstand am Ende eine späte Leverkusener Aufholjagd durch Patrik Schick und Christian Kofane. Der Klub aus dem Saarland ist damit der 59. Verein in der Geschichte der Liga - und die erste Saarländer Adresse in der Bundesliga seit 33 Jahren.
Für die frühen Tore sorgte Lukas Petkov: In der achten Minute nahm er nach Ballgewinn von David Mokwa im Strafraum einen Pass von Frank Onyeka an, sein Schuss von der Strafraumkante wurde von Loïc Badé unhaltbar für Mark Flekken abgefälscht. Eine Minute später legte Cole Campbell zum 2:0 nach, wie der offizielle Spielbericht der DFL festhält. Direkt nach der Pause, exakt 27 Sekunden nach Wiederanpfiff, erhöhte Mokwa auf 3:0 - Vorlagengeber: erneut Petkov, der von der Nutzerabstimmung des Bundesliga-Portals mit rund 40 Prozent der Stimmen zum Spieler des Tages gewählt wurde.
Uns hat Vieles gefehlt. Mentale Präsenz, Energie, Spielverständnis - das hat überall gefehlt.
Auf der Bank saß bei Leverkusen ein neuer Trainer: Carles Martínez hatte in der Sommerpause übernommen, Edmond Tapsoba führte die Werkself erstmals als Kapitän aufs Feld. „They play very good. I was not surprised, we expected it“, sagte Martínez laut ZDFheute nach dem Abpfiff. Torwart Mark Flekken ordnete den Auftritt in der Sportschau deutlicher ein: „Energie, Schärfe, Physis - das hat überall gefehlt.“ Die expected-Goals-Statistik der DFL sah Leverkusen bei 2,15 gegenüber 1,35 für Elversberg vorne - Ausdruck eines Spiels, in dem der Favorit spät besser wurde, aber den frühen Rückstand nicht mehr aufholte.
Sieben Debütanten, ein historischer Moment
Für sieben Spieler von Trainer Vincent Wagners Aufsteiger war es das erste Bundesliga-Spiel überhaupt. Petkovs Treffer ist gleichzeitig das erste Bundesliga-Tor der Klubgeschichte. Wagner blieb nach dem Sieg betont sachlich: „Der Weg ist noch sehr, sehr weit“, zitiert die Sportschau den 42-Jährigen, „aber wir sind zumindest zum Auftakt nicht direkt eingebrochen.“ Elversbergs Kaderwert liegt laut aktuellen Marktdatenübersichten bei rund 35 Millionen Euro, der Leverkusener Kader wird auf etwa 240 Millionen taxiert.
Am kommenden Samstag, dem 5. September, gastiert Elversberg um 13.30 Uhr bei Borussia Mönchengladbach zum zweiten Spieltag. Leverkusen empfängt am Abend zuvor den 1. FC Heidenheim. Für die Werkself dürfte die Analyse länger dauern als für den Aufsteiger - der hat in Elversberg an der Kaiserlinde einen Auftakt hingelegt, den nach 33 Jahren Wartezeit in der Region so schnell niemand vergessen wird.