Das ZDF hat seinen Pfingstmontag dem King gewidmet. Um 22.00 Uhr lief Baz Luhrmanns Biopic „Elvis“ mit Austin Butler als Free-TV-Premiere im Hauptprogramm, im Anschluss um 00.30 Uhr folgte Sofia Coppolas Gegenstück „Priscilla“ mit Cailee Spaeny und Jacob Elordi. Wie quotenmeter.de berichtete, kombinierte der Sender beide Filme bewusst zu einer „Elvis-Nacht“ - ein Programmkonstrukt, das sich an den laufenden Pop-Konjunkturzyklus rund um den 1977 verstorbenen Sänger ankoppelt.

Denn 2026 ist in Deutschland zu einem Elvis-Jahr geworden. Auf den ZDF-Filmabend folgt im Lauf des Jahres der nächste Schritt: Luhrmanns neuer Konzertfilm „EPiC: Elvis Presley in Concert“ kommt in die Kinos, weltweit vertrieben von Universal Pictures Content Group und in den USA von Neon. Premiere feierte das Projekt nach Berichten der Rolling Stone beim Toronto International Film Festival, am 18. Februar 2026 folgte die Premiere im TCL Chinese Theatre IMAX in Los Angeles, wo Luhrmann und sein Biopic-Hauptdarsteller Austin Butler gemeinsam auf dem roten Teppich standen.

Inhaltlich verbindet „EPiC“ digital restaurierte Aufnahmen der Las-Vegas-Residenz von 1970 mit 16-mm-Material der Nordamerika-Tour 1972 und privatem 8-mm-Footage aus den Graceland-Archiven. Die Crew habe das Ausgangsmaterial vor rund acht Jahren in einem unterirdischen Salzbergwerk in Kansas entdeckt, in einem Warner-Bros.-Archiv mit 68 Kisten Filmnegative und bislang unbekannten 8-mm-Rollen, schreibt Rolling Stone. Zwei Jahre dauerte die Restaurierung. Luhrmann beschreibt das Ergebnis weder als reine Dokumentation noch als reinen Konzertfilm, sondern als Erfahrung, die Presley nachträglich die nie verwirklichte Welttournee ermöglichen soll.

Hologramm-Show mit deutschen Stationen

Parallel zum Kinostart steht eine zweite Welle an. Die immersive Show „Elvis Evolution“ der Londoner Firma Layered Reality läuft seit Juli 2025 im Immerse LDN am ExCeL Waterfront. Laut Rolling Stone DE und Musikexpress sind für 2026 weitere Stationen bestätigt: Las Vegas, Tokio - und in Deutschland Berlin, Hamburg und München. Konkrete Termine für die deutschen Stationen liegen noch nicht vor. Layered Reality arbeitet nach eigener Darstellung mit lebensgroßen digitalen Rekonstruktionen aus tausenden privaten Fotos und Heimvideos, ergänzt um eine durchkomponierte Bühnenshow.

Die Familie Presley hatte bereits zur Kinopremiere des Biopics 2022 Stellung bezogen. Priscilla Presley sprach damals von einem Film, der dem Publikum näherbringe, was Elvis als Mensch durchlebt habe. Tochter Lisa Marie Presley nannte Luhrmanns Werk vor ihrem Tod im Januar 2023 in einem zuvor breit zitierten Statement spektakulär und lobte Austin Butlers Verkörperung ihres Vaters. Der ZDF-Doppelabend an Pfingsten brachte diese Lesart einer neuen Zielgruppe näher: jenen Zuschauern, die das Biopic vor vier Jahren entweder verpasst oder nie auf einer Streaming-Plattform abgerufen hatten.

Was die Nacht im linearen Programm letztlich an Marktanteil eingespielt hat, hängt von den AGF-Zahlen ab, die im Lauf der Woche erwartet werden. Für den Kontext ringsum spielt die einzelne Sendung aber nur eine Nebenrolle. Mit dem Kinostart von „EPiC“ im Lauf des Jahres und der angekündigten Hologramm-Tour in Berlin, Hamburg und München zeichnet sich ab, dass die deutsche Rezeption des „Kings of Rock 'n' Roll“ nicht auf Pfingsten beschränkt bleibt.