England hat sich am frühen Montagmorgen deutscher Zeit im Achtelfinale der Fußball-Weltmeisterschaft mit 3:2 (2:2) gegen Gastgeber Mexiko durchgesetzt und steht im Viertelfinale. Jude Bellingham köpfte die Three Lions im Aztekenstadion in Mexiko-Stadt binnen 98 Sekunden mit einem Doppelpack in der 36. und 38. Minute in Führung, Harry Kane erhöhte in der 60. Minute per Foulelfmeter auf 3:1. Am Samstag trifft England in Miami auf Norwegen, das am Vortag Rekordweltmeister Brasilien aus dem Turnier geworfen hat.
Vor dem Anpfiff musste die Partie eine Stunde verschoben werden, weil ein schweres Gewitter über der mexikanischen Hauptstadt niederging - dieselbe Konstellation wie bereits beim Gruppenspiel gegen Ecuador. Als der argentinische Schiedsrichter dann anpfiff, dauerte es 36 Minuten, bis das Duell kippte: Bellingham traf zunächst per Kopf nach einer Flanke von Anthony Gordon, ehe er 98 Sekunden später aus kurzer Distanz mit rechts nachlegte. Julián Quiñones verkürzte in der 42. Minute per Volleyschuss auf 2:1, und die Elf von Trainer Javier Aguirre kam mit der Halbzeitpause zurück in die Partie.
Nach dem Wiederanpfiff kippten zwei Videobeweise das Spiel endgültig. In der 54. Minute sah Innenverteidiger Jarell Quansah nach hartem Einsteigen die Rote Karte, England spielte den Rest der Begegnung in Unterzahl. Nur sechs Minuten später wurde Anthony Gordon im Strafraum gelegt, Kane verwandelte den Elfmeter zum 3:1 sicher unten links. Raúl Jiménez traf in der 69. Minute selbst vom Punkt zum 3:2, doch die 80.000 Zuschauer im Aztekenstadion sahen in der elf Minuten langen Nachspielzeit keinen weiteren Treffer mehr, obwohl Mexiko zunehmend anrannte.
Ich war noch nie so stolz auf eine Gruppe von Spielern, einen Kader, eine Nation.
Ende einer Heimserie auf 2.240 Metern
Für Gastgeber Mexiko ist das Aus im eigenen Traditionsstadion eine Zäsur. Die Elf von Aguirre hatte die Gruppenphase mit vier Siegen und ohne Gegentor überstanden, im Aztekenstadion war das Team laut Sportschau seit 2013 in keinem WM-Spiel mehr besiegt worden. Aguirre selbst wollte seiner Mannschaft nach dem Abpfiff nichts vorwerfen. „Ich kann meiner Mannschaft keinen Vorwurf machen. Wir haben alles gegeben, und das ist ein großartiges Team“, sagte der 66-Jährige, wie die Sportschau berichtete. Auf der Tribüne schwiegen nach dem Schlusspfiff die zuvor lauten Mariachi-Trompeten, viele Fans blieben nach Berichten von t-online lange auf ihren Plätzen sitzen.
Auf englischer Seite trug Bundestrainer Thomas Tuchel den Sieg gegen 40 Minuten Unterzahl, Höhenluft auf 2.240 Metern und ein WM-Achtelfinale im Aztekenstadion als Beleg für die Mentalität seiner Mannschaft vor. „Ich bin sehr stolz. Das ist unsere Mentalität. Die Mannschaft hat es wirklich gezeigt, wir haben nie aufgegeben“, sagte Tuchel laut Eurosport nach dem Schlusspfiff. Torschütze Kane sprach gegenüber ITV von einem „verrückten Spiel“, wie ZDFheute wiedergab. Am kommenden Samstag geht es für die Three Lions in Miami weiter - gegen einen Gegner, der mit Erling Haaland und zwei Toren gegen Brasilien seine ganz eigene WM-Erzählung schreibt.