Die Startreihenfolge für das Finale des Eurovision Song Contest am Samstagabend in der Wiener Stadthalle steht. Nach dem zweiten Halbfinale am Donnerstag gab die Europäische Rundfunkunion die Auftrittsfolge der 25 Acts bekannt. Eröffnet wird das Finale von Dänemark mit Søren Torpegaard Lund, direkt im Anschluss tritt Sarah Engels für Deutschland mit ihrem Song „Fire“ an. Den Schlusspunkt setzt Gastgeber Österreich mit Cosmó auf Startplatz 25.
Position 2 zählt unter ESC-Beobachtern zu den heikelsten Startplätzen. Während die Eröffnung als reiner Aufwärm-Slot gilt, sitzen viele Zuschauerinnen und Zuschauer beim zweiten Beitrag noch nicht aufmerksam vor dem Bildschirm - die internationalen Jurys sehen die Acts ohnehin schon am Vorabend bei der Generalprobe. Die Auftrittsfolge selbst wird nicht ausgelost, sondern von der Produktion festgelegt: Acts ziehen lediglich aus drei Töpfen, ob sie in der ersten oder zweiten Hälfte oder im sogenannten Producer's Choice landen, die konkrete Anordnung entscheidet das Show-Team aus dramaturgischen Gründen.
Wann, wo, wer moderiert
Das ARD-Erste überträgt das Finale am Samstag, 16. Mai, ab 21 Uhr live, parallel auch über One und in der ARD-Mediathek. Den Vorlauf bestreitet Barbara Schöneberger ab 20 Uhr mit „ESC - Der Countdown“, im Anschluss an die Show folgt um 1 Uhr früh die Aftershow. Aus Wien führen Victoria Swarovski und Michael Ostrowski durch die internationale Produktion, der ORF setzt zudem auf seinen langjährigen Kommentator Andi Knoll. Auch das österreichische Hauptprogramm ORF 1 startet um 21 Uhr, ergänzt von einer Vorab-Generalprobe am Nachmittag und ausführlichem Begleitprogramm.
Im Finale stehen 25 Länder: zehn Qualifikanten aus dem ersten Halbfinale am Dienstag, zehn weitere aus dem zweiten Halbfinale am Donnerstag, dazu die automatisch gesetzten Big-Four-Nationen Deutschland, Frankreich, Italien und Großbritannien sowie Gastgeber Österreich. Spanien fehlt in dieser Aufstellung erstmals seit 1961: Der spanische Sender RTVE hatte bereits im Dezember Boykott und Sendeverzicht angekündigt - ein Novum für eines der bislang fünf Hauptfinanziers des Wettbewerbs. Über den Sieger entscheidet wie üblich eine Mischung aus nationalen Fachjurys und dem Televoting des Publikums.
Politisch aufgeladene Stimmung
RTVEs Ausstieg ist Teil eines breiteren Konflikts um die Teilnahme Israels mit Noam Bettan auf Startplatz 3. Auch Irland und Slowenien beteiligen sich an einem Sende-Boykott, am Donnerstagabend war beim Auftritt vereinzeltes Buhen aus dem Hallenrund zu hören. ARD-Chefproduzent Michael Krön kündigte gegenüber dem Standard an, das Moderationsteam werde sich „je nach Situation“ äußern, sollten Buhrufe oder Proteste gegen Teilnehmende ein außerordentliches Ausmaß erreichen.
Wie wir am Donnerstagabend berichteten, hatte das zweite Halbfinale auch ohne politische Untertöne genug Aufreger geliefert: Die Schweiz schied mit Veronica Fusaro aus, Tschechien zog überraschend ins Finale ein. Wer am Samstag mit der Kristalltrophäe nach Hause fährt, entscheidet sich kurz vor Mitternacht - und damit zwischen Cosmós Schlussauftritt und der ersten Punkteübertragung.