Das zweite Halbfinale des Eurovision Song Contest 2026 in der Wiener Stadthalle hat das Finale komplett gemacht: Australien, Bulgarien, Dänemark, Norwegen, Rumänien, die Ukraine, Tschechien, Zypern, Malta und Albanien ziehen am Samstag in die Endrunde ein. Ausgeschieden sind Aserbaidschan, Luxemburg, Armenien, Lettland und die Schweiz. Damit stehen die 25 Finalisten samt der Big-Five-Vertreter und des Gastgebers Österreich fest.

Das Aus für Veronica Fusaro mit „Alice“ ist die Schlagzeile des Abends. Wie SRF berichtet, schnappte sich Tschechiens Daniel Žižka mit „Crossroads“ das zehnte und letzte Ticket. Im SRF-Liveticker quittierte Musikredakteur Schimun Krausz die Niederlage knapp mit „Unverdient“. Für die Eidgenossenschaft ist der Knockout ein Bruch: 2025 hatte Nemo den Wettbewerb für die Schweiz gewonnen, im selben Jahr holte JJ aus Österreich den Titel zurück nach Wien. Eine direkte Folgequalifikation des Vorjahres-Gastgebers war damit zumindest in jüngerer ESC-Geschichte selten so klar gescheitert.

Eine zweite Überraschung liefert das Aus Lettlands. Die Wettquoten hatten Atvara bis zuletzt unter den Wackelkandidaten gesehen, aber nicht abgeschrieben. Das Fachportal ESC kompakt hatte vor dem Abend ausdrücklich vor einer Lettland-Pleite gewarnt - und behielt recht. Auch Aserbaidschans Beitrag von Jiva, in den Probenberichten als „Hausmannskost und relativ langweilig“ beschrieben, blieb hängen.

Unverdient.
- Schimun Krausz, SRF-Musikredaktion, im Liveticker zum SF2

Albanien und Zypern als Überraschungssieger

Auf der anderen Seite gehören Albanien und Zypern zu den Qualifikanten, mit denen die Buchmacher zumindest nicht durchgehend gerechnet hatten. Antigonis „Jalla“ war in den Probenberichten als gesanglich „ein bisschen dünn“ geführt worden, holte aber das nötige Stimmpaket. Erwartungsgemäß durchmarschiert sind dagegen Australiens Delta Goodrem mit „Eclipse“, Dänemarks Søren Torpegaard Lund mit „Før vi går hjem“ und die Ukraine mit Leléka, deren Beiträge schon vor dem Halbfinale zu den Topfavoriten der Wettanbieter zählten.

Bulgariens DARA hatte den Abend mit „Bangaranga“ als energiegeladene Eröffnungsnummer übernommen, Norwegens Jonas Lovv schloss ihn mit „YA YA YA“ - beide auf dem Finalticket. Die ARD übertrug das Halbfinale über den Spartensender ONE und die ARD-Mediathek, der ORF zeigte den Wettbewerb auf ORF 1. Zwischen den Wertungsbeiträgen traten Frankreichs Monroe und das britische LOOK MUM NO COMPUTER auf, dazu Gastgeber Cosmó mit „Tanzschein“ - alle drei sind als Big-Five-Mitglieder und Gastgeber automatisch im Finale.

Mit 35 Teilnehmerstaaten ist das Starterfeld 2026 das kleinste seit Einführung der Halbfinale 2004. Fünf Länder - Irland, Spanien, die Niederlande, Slowenien und Island - haben den Wettbewerb wegen der Teilnahme Israels boykottiert. Das Finale steigt am Samstag, 16. Mai, ab 21 Uhr in der Wiener Stadthalle. Im deutschen Fernsehen überträgt diesmal Das Erste.