In der Wiener Stadthalle steht am Donnerstagabend das zweite Halbfinale des Eurovision Song Contest 2026 an. Ab 21 Uhr treten 15 Acts an, zehn von ihnen ziehen ins Finale am Samstag ein. Live übertragen der ARD-Spartensender ONE und die ARD-Mediathek, in Österreich ORF 1. Eröffnen wird Bulgarien mit Dara und „Bangaranga“, den Abschluss bildet Norwegens Jonas Lovv mit „Ya Ya Ya“.

Die Buchmacher haben einen klaren Favoritenkreis. Australien mit Delta Goodrem und „Eclipse“, Dänemark mit Søren Torpegaard Lund und „Før vi går hjem“, dazu Ukraine (Leléka, „Ridnym“) und Rumänien (Alexandra Căpitănescu, „Choke Me“) liegen vorn. Bei wettfreunde.net führt Dänemark mit einer Siegquote von 2,85 vor Australien (3,25). Den Einzug ins Finale taxieren die Quoten bei Ukraine (1,05) und Rumänien (1,04) als nahezu sicher.

Zwischen den Wettbewerbsbeiträgen treten drei Acts mit gesichertem Finalticket auf. Für Frankreich performt die 17-jährige Monroe, das Vereinigte Königreich schickt LOOK MUM NO COMPUTER, den österreichischen Heimauftritt übernimmt Cosmó. Der Sänger, mit bürgerlichem Namen Benjamin Gedeon, singt mit „Tanzschein“ für das Gastgeberland. Für ihn ist der Donnerstag eine Probe in voller Halle ohne Punktedruck. Auch JJ, der Vorjahressieger aus Österreich, kommt im Showintermezzo zurück auf die Bühne. Erstmals darf in diesem Halbfinale auch Österreich selbst mit abstimmen.

Er soll tief durchatmen und nicht zu nervös sein.
- JJ, ESC-Sieger 2025, gegenüber VOL.at über Cosmó

Generalprobe mit klaren Schwerpunkten

Die Eindrücke aus der Generalprobe vom Mittwoch zeichnen ein gemischtes Bild. Das Fachportal ESC kompakt hob das Klavier-Staging der Australierin Delta Goodrem hervor, bei dem das Instrument auf einer Hebebühne nach oben gefahren wird, sowie den vokal starken Auftritt von Daniel Žižka aus Tschechien mit „Crossroads“. Auch die Eröffnungs-Choreografie der Bulgarin Dara wurde als energiegeladen beschrieben.

Schwächer fielen Luxemburg (Eva Marija, „Mother Nature“), Aserbaidschan (Jiva, „Just Go“) und Zypern (Antigoni, „Jalla“) aus. Die Aserbaidschan-Performance bezeichneten die Beobachter als „Hausmannskost und relativ langweilig“, die Stimmleistung von Antigoni als „ein bisschen dünn“. Endgültige Aussagekraft haben Probenberichte nicht; mehrere Beiträge gewinnen erfahrungsgemäß im TV-Bild und unter Live-Bedingungen deutlich.

Der 70. Eurovision Song Contest in Wien steht unter einem besonderen Vorzeichen. Mit Irland, Spanien, den Niederlanden, Slowenien und Island boykottieren fünf Länder die Ausgabe wegen der Teilnahme Israels. Mit 35 Teilnehmerstaaten ist das Starterfeld so klein wie seit der Einführung der Halbfinale im Jahr 2004 nicht mehr. Nach dem heutigen Abend stehen alle Finalisten fest. Das Finale steigt am Samstag, 16. Mai, in der Wiener Stadthalle.