Die drei großen deutschen Autobauer Volkswagen, Mercedes-Benz und BMW haben im ersten Quartal 2026 Umsatz und Gewinn deutlich eingebüßt. Wie die Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY in einer am Freitag veröffentlichten Studie mitteilt, fielen die Erlöse der drei Konzerne von Januar bis März im Vergleich zum Vorjahresquartal um 4,3 Prozent. Die 19 weltweit größten Hersteller insgesamt kamen im selben Zeitraum auf ein Plus von 1,7 Prozent.

Damit bilden die Deutschen das Schlusslicht der Branche. US-amerikanische Konzerne wie Ford, General Motors und Tesla legten beim Umsatz um fünf Prozent zu, japanische Konkurrenten um 4,3 Prozent. Die europäischen Wettbewerber Stellantis und Renault wuchsen sogar um 6,7 Prozent. Noch deutlicher fällt der Abstand beim operativen Ergebnis aus: Die Gewinne der drei deutschen Hersteller schrumpften laut EY um 23,3 Prozent, während die US-Autobauer ihre EBIT-Zahlen um 82,9 Prozent steigerten.

Von der Cashcow zum Sorgenkind

Den größten Bremsklotz sieht EY-Autoexperte Constantin Gall im chinesischen Markt. Dort brachen die Verkäufe der Deutschen im ersten Quartal um 16 Prozent ein. „Von der Cashcow zum Sorgenkind: China bleibt eines der größten Probleme für die deutschen Konzerne“, sagte Gall der Mitteilung zufolge. Westliche Hersteller hätten in der Volksrepublik derzeit „wenig zu gewinnen“, weil der Markt zunehmend von einheimischen Elektroautomarken dominiert werde.

Die Krise ist gerade für die deutschen Autokonzerne längst noch nicht überwunden.
- Constantin M. Gall, EY

Hinter dem Umsatzeinbruch steht laut Gall ein tiefgreifender Strukturwandel. „Die gesamte deutsche Autoindustrie befindet sich in einem tiefgreifenden Strukturwandel: wegfallende Auslandsmärkte, teure Überkapazitäten, hohe Software-Investitionen und ein langsamer Hochlauf der Elektromobilität belasten die Ergebnisse“, heißt es in der Studie. Die durchschnittliche operative Marge der 19 untersuchten Hersteller fiel auf 3,5 Prozent - den niedrigsten Wert seit 2020.

BMW vor Mercedes, VW abgeschlagen

Innerhalb der deutschen Gruppe schneidet BMW mit einer EBIT-Marge von 6,5 Prozent am besten ab, gefolgt von Mercedes-Benz mit 6,0 Prozent. Volkswagen rangiert mit 3,3 Prozent deutlich darunter. An der Spitze des Profitabilitätsrankings steht der japanische Kleinwagenspezialist Suzuki mit einer Marge von 10,9 Prozent, vor General Motors (9,4 Prozent) und dem südkoreanischen Konzern Kia (7,5 Prozent).

Die Studie erscheint zu einem Zeitpunkt, in dem die deutschen Hersteller mit hohen Fixkosten in ihren Werken zu kämpfen haben und im chinesischen Premiumsegment gegenüber lokalen E-Auto-Marken wie BYD und Xiaomi an Boden verlieren. Gall sieht die Branche noch lange nicht über den Berg.