Kimi Antonelli hat sich am Samstagnachmittag in Silverstone die Pole-Position für den Großen Preis von Großbritannien gesichert. Der 19-jährige Mercedes-Pilot fuhr im letzten Q3-Versuch eine Rundenzeit von 1:28,111 Minuten und verwies damit die beiden Ferraris auf die Plätze zwei und drei: Charles Leclerc lag 0,175 Sekunden zurück, der siebenmalige Weltmeister Lewis Hamilton fehlten 0,347 Sekunden auf seinen Heimstrecke.
Für Antonelli ist es die fünfte Pole der Saison und die logische Fortsetzung eines Wochenendes, das er bereits am Vormittag mit dem Sprintsieg dominiert hatte. „I was a bit stressed because I never really like going first for the last run. But yeah, the last lap was very tidy, I have to be honest. It all came together. It was very tricky with the wind because it was very gusty and unpredictable“, sagte Antonelli gegenüber Formula1.com nach der Sitzung.
The last lap was very tidy. It all came together. It was very tricky with the wind because it was very gusty and unpredictable.
Russell im Kies, Ferrari als beste Verfolger
George Russell komplettiert die zweite Startreihe hinter Hamilton und stellt damit den zweiten Mercedes weit vorne. Der Brite erlebte allerdings ein Q1, das man in Silverstone selten sieht: In der Luffield-Kurve blockierten seine Räder, das Auto rutschte geradeaus ins Kiesbett und beschädigte den Frontflügel. „Ich fahre hier schon seit zwölf Jahren und habe noch nie die Reifen an dieser Stelle blockiert“, zitierte ihn Formel1.de. Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff schob die Szene auf den böigen Wind, Ralf Schumacher vermutete, dass das Antriebsmoment das Auto nach vorne trieb. Russell fing sich, tauschte den Frontflügel und stellte den W17 am Ende auf Platz vier.
Ferrari war der einzige Rennstall, der Mercedes nennenswert unter Druck setzte. Leclerc verpasste die Pole am Ende um weniger als zwei Zehntel und wirkte im Ziel unzufrieden mit dem letzten Sektor. Hamilton, der am Freitag noch die Sprint-Pole geholt hatte und im Sprint-Rennen selbst nur Zweiter geworden war, blieb auch im Grand-Prix-Qualifying die Nummer drei der Reihenfolge. Dahinter reihten sich Isack Hadjar im Red Bull auf Platz fünf und Lando Norris im McLaren auf Rang sechs ein.
Verstappen im Motor-Loch, Hülkenberg 13.
Max Verstappen wurde erneut von seinem Teamkollegen geschlagen und startet nur von Rang sieben. Bereits zum dritten Mal in dieser Saison lag Hadjar im Qualifying vor dem viermaligen Weltmeister, der sich am Boxenfunk mit den Worten „What a disaster... Unbelievable“ gemeldet hatte. Später bezeichnete er die Vorstellung gegenüber Formel1.de als „peinlich, schlecht“. Auf seiner Seite der Garage habe der Antrieb schon ab Runde eins weniger Leistung geliefert; auf den Geraden habe er dadurch die Batterie schneller entladen und im dritten Sektor ohne Hybridunterstützung fahren müssen. Oscar Piastri im zweiten McLaren folgt als Achter, Arvid Lindblad und Liam Lawson in den Racing Bulls komplettieren die Top Ten.
Bester Deutscher war Nico Hülkenberg auf Rang 13. Der Audi-Pilot verpasste den Sprung nach Q3 knapp und wirkte im Anschluss ratlos, weil ihm im zweiten Segment die Balance fehlte. Pierre Gasly bekam für ein Behinderungsmanöver gegen Lance Stroll in Q1 eine Strafversetzung um drei Plätze aufgebrummt. Der Grand Prix von Großbritannien startet am Sonntag um 16 Uhr MESZ. In der WM-Wertung führt Antonelli mit 179 Punkten vor Russell (136) und Hamilton (132).