Fairphone hat am Dienstag in Amsterdam sein neues Modell vorgestellt. Das Fairphone (Gen. 6+) kostet in Deutschland 649 Euro und ist ab sofort direkt beim Hersteller sowie über ausgewählte Handelspartner erhältlich. Es ist der erste Fairphone-Ableger, den das niederländische Sozialunternehmen zugleich in den USA anbietet - dort für 649 US-Dollar mit Unterstützung der Netze von T-Mobile und AT&T, wie TechCrunch am Dienstag berichtete.
Der Aufpreis von 100 Euro gegenüber dem im Juli 2025 gestarteten Fairphone (Gen. 6) bringt vor allem zwei Neuerungen: einen schnelleren Snapdragon 7s Gen 4 von Qualcomm und 12 statt bislang 8 Gigabyte Arbeitsspeicher. Ansonsten ist der Nachfolger seinem Vorgänger optisch und technisch nahezu baugleich, wie heise online in seinem Test festhält. Das Gehäuse aus recycelten Materialien, das 6,31-Zoll-OLED-Display mit adaptiven 10 bis 120 Hertz, die 50-Megapixel-Hauptkamera mit Sony-Lytia-700C-Sensor sowie der wechselbare 4.415-Milliamperestunden-Akku bleiben unverändert. Neu ist die Farbvariante Cobalt Blue neben den bisherigen Tönen Forest Green und Horizon Black.
Wir liefern ein Gerät, das von Grund auf dafür gebaut ist, geöffnet, repariert und über viele Jahre am Leben gehalten zu werden.
Fairphone garantiert Software-Updates bis einschließlich 2033 und gibt fünf Jahre Herstellergarantie. Zwölf Bauteile - darunter Akku, Display, Kameramodule und USB-C-Port - lassen sich mit einem einzigen Schraubendreher austauschen. Das Unternehmen beziffert den CO2-Fußabdruck pro Gerät auf 30 Kilogramm, den bislang niedrigsten Wert der Firmengeschichte. Mehr als die Hälfte der verbauten Materialien stammt nach Herstellerangaben aus fairem Handel oder Recycling, darunter Kobalt, Aluminium, Kupfer und Gold.
Erster direkter US-Verkauf
Der Schritt in den US-Markt markiert eine strategische Neuausrichtung. Bisher war das Fairphone in den Vereinigten Staaten nur über eine Kooperation mit dem Betriebssystem-Anbieter e/OS erhältlich, in einer sogenannten „de-Googled“-Variante ohne Google-Dienste. Van Eck positioniert das Modell laut TechCrunch als preisgünstige Alternative in einem Markt, den steigende Endkundenpreise und Lieferengpässe bei Komponenten prägen. In Europa läuft der Verkauf klassisch über Fairphone.com und Netzbetreiber.
In den ersten Tests fällt die Bilanz nüchtern aus. Netzwelt urteilt, das Fairphone (Gen. 6+) sei „fair produziert und reparierbar - aber auch gut?“ und lobt vor allem das ablesbare Display sowie den Makromodus der Kamera. Als Schwächen listen die Rezensenten den schwachen Digitalzoom, das fehlende drahtlose Laden und die im Vergleich zur Konkurrenz breiten Displayränder. Bei Benchmark-Werten liegen Samsungs Galaxy A57 und Googles Pixel 10a vorn. China-Gadgets misst 12 Stunden und zwei Minuten Akkulaufzeit - rund 90 Minuten weniger als beim regulären Fairphone 6, offenbar eine Folge des kräftigeren Prozessors und größeren Arbeitsspeichers. Wer das Fairphone kauft, entscheidet sich weiterhin bewusst gegen Spitzenleistung und für Reparierbarkeit.