Nach dem WM-Sechzehntelfinale zwischen Mexiko und Ecuador (2:0) sind bei den Feierlichkeiten im Zentrum von Mexiko-Stadt mindestens zwei Menschen ums Leben gekommen. Eine 19-jährige Frau und ein 44 Jahre alter Mann erstickten nach Abpfiff der Partie in einer Menschenmenge im Stadtteil Colonia Juárez, unweit des Ángel de la Independencia auf dem Paseo de la Reforma. Das bestätigten die städtische Gesundheitsbehörde und die Bürgermeisterin Clara Brugada am Dienstagabend übereinstimmend. Nach Sportschau-Angaben wurde eine Gruppe von Feiernden gegen die Wand einer öffentlichen Toilette gedrückt.
Rettungskräfte rückten laut sport1.de umgehend aus, konnten die beiden Betroffenen aber nicht wiederbeleben. Ein möglicher dritter Todesfall, eine 48-jährige Frau, wurde bislang nicht offiziell bestätigt. Zusätzlich starb in Cabo San Lucas ein Autofahrer nach einem früheren Vorfall bei der Feier nach dem Sieg gegen Tschechien; er war mit seinem Wagen in eine feiernde Menge gefahren und erlag nach Angaben von Sport1 seinen Verletzungen im Krankenhaus.
Bürgermeisterin Brugada meldete sich noch am Abend über X zu Wort. Alle medizinischen Notfallprotokolle seien „umgehend“ aktiviert worden, teilte sie mit. Die Stadt leite eine Untersuchung des Vorfalls ein und rufe die Bevölkerung dazu auf, „stets verantwortungsbewusst und umsichtig“ zu feiern. Nach Angaben der lokalen Behörden versammelten sich am Dienstag mehr als eine Million Menschen an unterschiedlichen Orten in Mexiko-Stadt, um Mexikos ersten Sieg in einer WM-K.o.-Runde seit 40 Jahren zu feiern.
Chaos auch in Monterrey und Guadalajara
Der Zwischenfall in der Hauptstadt war nicht der einzige. In Monterrey erreichte ein offizielles Fan-Fest nach Angaben von laola1.at mit rund 100.000 Menschen die maximale Kapazität; Hunderte weitere versuchten, die Tore aufzubrechen und Absperrungen umzustürzen. Die Polizei setzte Pfefferspray ein. In Guadalajara nahmen die Behörden mehrere Fans nach Ausschreitungen fest. Aus dem Aztekenstadion wurden erneut homophobe Sprechchöre gemeldet, die die FIFA bei zurückliegenden WM-Spielen bereits mit Geldstrafen sanktioniert hatte.
Der 2:0-Sieg von Cheftrainer Javier Aguirre durch die Tore von Raúl Jiménez und Johan Vásquez hatte Mexiko am Dienstag ins Achtelfinale gebracht - erstmals seit 1986, als das Land selbst Gastgeber war. Am kommenden Sonntag trifft der Co-Gastgeber im MetLife Stadium in East Rutherford auf den Gewinner der Partie zwischen Portugal und Uruguay. Die WM-Feierlichkeiten in Mexiko-Stadt konzentrieren sich seit Turnierbeginn auf den Ángel de la Independencia, den traditionellen Sammelpunkt für Fußball-Triumphe der Nationalmannschaft.