Angesichts der wieder steigenden Waldbrandgefahr in Deutschland fordert der Deutsche Feuerwehrverband (DFV) mehr Investitionen in Fahrzeuge und Technik. Verbandspräsident Karl-Heinz Banse sagte am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur, in den vergangenen Jahren sei „sehr, sehr viel beschafft worden“, trotzdem gebe es Nachholbedarf. „Wir laufen noch immer hinterher. Insbesondere Spezialfahrzeuge könnten wir mehr gebrauchen“, zitierte die dpa den Verbandschef.

Anlass des Vorstoßes ist die aktuelle Wetterlage. Der Deutsche Wetterdienst rief für den Sonntag in weiten Teilen der Republik die Waldbrand-Gefahrenstufe 4, in trockenen Regionen sogar die höchste Stufe 5 aus. Meteorologen erwarten in Baden-Württemberg und Bayern für Montag und Dienstag Spitzenwerte bis 36 Grad. Bereits im Juni waren im Nürnberger Reichswald nahe dem Messegelände sowie in mehreren Bundesländern größere Vegetationsbrände ausgebrochen.

Banse plädierte im dpa-Gespräch dafür, Löschflugzeuge künftig zentral in Mitteleuropa zu stationieren, damit sie bei Bränden in Deutschland, Polen oder Tschechien schnell verfügbar seien. Für ein einzelnes Bundesland sei die Anschaffung solcher Maschinen wirtschaftlich schwer darstellbar; ein europäischer Pool sei sinnvoller. Erst 2024 hatten Waldbrände auf dem Kontinent nach Verbandsangaben über eine Million Hektar zerstört, in Deutschland selbst waren es rund 2626 Hektar - etwa die Fläche der Nordseeinsel Norderney.

Löschroboter statt Feuerwehrleute auf Munitionsflächen

Als besonderes Problem gelten aus Sicht des Verbands ehemalige Truppenübungsplätze, auf denen jederzeit alte Munition detonieren kann. Auf diesen Flächen setzt die Feuerwehr zunehmend auf ferngesteuerte Löschroboter und sprengstoffgeschützte Fahrzeuge. „Mit Löschrobotern ist einiges möglich, zumal es in Deutschland Firmen gibt, die auf diesem Gebiet Weltmarktführer sind“, sagte Banse laut Übertragung der Rhein-Zeitung. Rund 90 Prozent aller Waldbrände in Deutschland gehen dem Verband zufolge auf menschliches Verschulden zurück - von weggeworfenen Zigaretten bis zu Grillfeuern.

Wir laufen noch immer hinterher. Insbesondere Spezialfahrzeuge könnten wir mehr gebrauchen.
- Karl-Heinz Banse, Präsident des Deutschen Feuerwehrverbands, laut dpa

Der DFV verweist auf die anhaltende Trockenheit als Treiber der Gefahrenlage. Der DWD hatte bereits Ende Juni in einer Pressemitteilung gewarnt, „noch nie so früh im Jahr“ über einen so langen Zeitraum vor Hitze warnen zu müssen. Erst am Freitag stabilisierten spanische Einsatzkräfte einen Waldbrand in der Provinz Almería mit zwölf Toten, in Portugal löste das Zivilschutzamt am Wochenende die zweithöchste Alarmstufe aus. Banse sagte, Deutschland müsse sich auf ähnliche Szenarien einstellen - nicht nur bei der Ausrüstung, sondern auch bei der Vernetzung mit den Nachbarn.