Im Wald von Fontainebleau südlich von Paris hat ein junger Feuerwehrmann eingeräumt, den verheerenden Waldbrand mitverursacht zu haben. Der 19-Jährige, ein Freiwilliger der örtlichen Wache ohne Vorstrafen, habe bei Arbonne-la-Forêt mit einem Feuerzeug und Benzin Reisig entzündet, berichten „Le Parisien“ und der Sender BFMTV unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft. Ein zweiter Verdächtiger habe ein Feuer durch eine weggeworfene Zigarette ausgelöst, ohne dass ein Zusammenhang zwischen beiden Männern belegt sei.

Insgesamt nahmen die Ermittler nach Angaben des Tagesspiegels sechs Personen wegen des Verdachts der Brandstiftung fest. Der Brand war am späten Sonntagnachmittag am Rand der Autobahn A6 rund 60 Kilometer südlich von Paris ausgebrochen und hatte sich innerhalb weniger Stunden über etwa 2.250 Hektar Wald ausgebreitet - ein Ausmaß, das in Nordfrankreich seit Jahren nicht mehr registriert wurde.

Innenminister Laurent Nuñez hatte bereits am Montag bei einem Ortsbesuch von einem Anfangsverdacht auf Brandstiftung gesprochen. Rund zehn Brandherde in einem Umkreis von nur 1.000 Metern ließen darauf schließen, dass das Feuer absichtlich gelegt worden sei. Regierungssprecherin Maud Bregeon sprach nach Berichten des ZDF von „einer außergewöhnlichen Lage“. Der Bürgermeister der Gemeinde Le Vaudoué beschrieb dem Sender BFMTV eine „Flammenwand“, die sich schnell auf die ersten Häuser am Ortsrand zubewegte.

Er zündete mit Feuerzeug und Benzin Reisig an.
- Staatsanwaltschaft zum Geständnis des 19-Jährigen, laut Tagesspiegel

Verkehrschaos und 800 Evakuierte

Rund 850 Feuerwehrleute und vier Löschflugzeuge waren im Einsatz, die Wasser aus der Seine aufnahmen. Etwa 800 Anwohner und Feriengäste mussten ihre Häuser verlassen. Die Hochgeschwindigkeitsstrecke Paris-Lyon wurde stundenlang unterbrochen, ein Abschnitt der A6 blieb gesperrt. Tote gab es nach Angaben der Behörden nicht.

Der Brand fällt in die dritte Hitzewelle Frankreichs in diesem Sommer. Météo-France hatte am Wochenende 37 Départements in die höchste Warnstufe Rot eingestuft. Auch in Andalusien und in Südfrankreich brennen seit Tagen Wälder; in der Provinz Almería kamen Anfang Juli mindestens zwölf Menschen ums Leben. Präsident Emmanuel Macron dankte auf X den Einsatzkräften. Ein Motiv des Feuerwehrmanns ist nach Angaben der Ermittler bislang nicht bekannt.