Frank Beard ist tot. Der Schlagzeuger der US-Rock-Band ZZ Top starb am Montag im Alter von 77 Jahren in einem Hospiz auf seiner Ranch in Richmond im Bundesstaat Texas, wie Bandsprecher Bob Merlis bestätigte. Angehörige waren nach Angaben der Familie an seiner Seite. Eine genaue Todesursache wurde nicht genannt.

Beard hatte 56 Jahre lang am Schlagzeug von ZZ Top gesessen, seit die Band 1970 in Houston zur klassischen Besetzung mit Gitarrist Billy Gibbons und dem 2021 verstorbenen Bassisten Dusty Hill zusammenfand. Anfang August war er wegen nicht näher beschriebener gesundheitlicher Probleme von der laufenden US-Tour „The Big One!“ zurückgetreten; ein für den Montag angesetztes Konzert in Salt Lake City und ein Auftritt am Dienstag in Colorado Springs wurden abgesagt, an anderen Terminen sprang zuletzt Ersatzdrummer Michael Monahan ein, wie Rolling Stone berichtet.

„Heute haben Elwood und ich einen engen Freund und Mitstreiter verloren“, erklärte Gitarrist Billy Gibbons in einer von Rolling Stone verbreiteten Mitteilung. Beard sei „einer der von Natur aus innovativsten Schlagzeuger“ gewesen, sein signature Backbeat habe die Band jahrzehntelang zusammengehalten. Die Band, der er sechs Jahrzehnte angehörte, werde die Tournee fortsetzen, so wie Beard es sich gewünscht habe. Für das Wochenende sind zwei Konzerte in Austin angesetzt.

Heute haben Elwood und ich einen engen Freund und Mitstreiter verloren, und die Welt hat einen der von Natur aus innovativsten Schlagzeuger und einen wahren Sohn von Texas verloren.
- Billy Gibbons, ZZ Top

Vom Texas Shuffle zum Welterfolg mit „Eliminator“

Beard wurde am 11. Juni 1949 in Frankston, Texas, geboren und spielte als Teenager in lokalen Bands wie The American Blues, aus der er 1970 gemeinsam mit Dusty Hill zu ZZ Top wechselte. Sein Metrum prägte den Sound des Blues-Rock-Trios über 15 Studioalben - vom Debüt „ZZ Top's First Album“ (1971) über die Klassiker „La Grange“ und „Tush“ bis zum weltweiten Durchbruch 1983 mit „Eliminator“. Die Platte, aus der Hits wie „Sharp Dressed Man“, „Legs“ und „Gimme All Your Lovin'“ hervorgingen, verkaufte sich allein in den USA nach Angaben der RIAA mehr als zehn Millionen Mal.

2004 wurde ZZ Top gemeinsam mit Beard in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen. Kritiker rühmten seinen Umgang mit dem Texas Shuffle, einer synkopierten Halbtakt-Figur, in der Blues-Groove und Rock-Härte verschmelzen. Das US-Magazin Rolling Stone würdigte ihn nach seinem Tod als „hard-shuffling drummer“, dessen Handschrift auf jedem ZZ-Top-Album zu hören sei. In Deutschland trat Beard mit der Band zuletzt Anfang Juli auf Open-Air-Bühnen in Hamburg, Friedberg, Northeim und Regensburg auf - Teil der laufenden Welttournee, von der er sich wenige Wochen später krankheitsbedingt zurückzog.

Beard war neben der Musik als leidenschaftlicher Golfer bekannt und lebte auf seiner „Top 40 Ranch“ südwestlich von Houston. Über seine Kämpfe mit Drogenabhängigkeit in den 1970er Jahren hatte er in Interviews immer wieder offen gesprochen. In einer ZZ-Top-Dokumentation von 2019 sagte er zurückblickend, er habe früh „die Leute gefunden, mit denen ich spielen wollte - und ich durfte das in sehr jungen Jahren“.