Eintracht Frankfurt hat am Sonntagabend zwei Führungen gegen den SC Freiburg vergeben und sich am Deutsche Bank Park mit einem 2:2 begnügen müssen. Vor 60.100 Zuschauern trafen Younes Ebnoutalib in der 10. und Jonathan Burkardt in der 36. Minute, Freiburg glich durch Derry Scherhant (34.) und Yuito Suzuki (48.) jeweils postwendend aus. Für den SC war es der erste Punktverlust der noch jungen Saison - und der Verlust der Tabellenspitze, wie kicker und Sportschau berichten.

Der Ablauf war ungewöhnlich: Frankfurt schlug früh zu, obwohl Freiburg über weite Strecken der Partie das Spiel diktierte. Nach dem 1:0 durch Ebnoutalib egalisierte Scherhant nach einem Defensivfehler der Eintracht. Nur zwei Minuten später köpfte Burkardt zum 2:1, bevor Suzuki unmittelbar nach der Pause die zweite Freiburger Antwort setzte. Die Sportschau spricht von einer Partie, in der Freiburg 66 Prozent Ballbesitz und rund ein Dutzend Torschüsse ansammelte, ohne dieses Übergewicht in einen Sieg umzumünzen.

Freiburg dominant, Frankfurt effizient

Vor dem 2:2 zum Wiederanpfiff verlor der eingewechselte Oscar Höjlund an der Seitenlinie den Ball, Freiburg konterte über zwei Stationen bis zu Suzuki, der aus kurzer Distanz einschob. Dass Frankfurt trotz der Feldüberlegenheit des Gegners überhaupt in Führung gehen konnte, lag laut hessenschau auch an einer taktischen Umstellung: Wegen des Ausfalls von Jeremiah Maluze rückte Trainer Dino Toppmöller von der Dreier- auf eine Viererkette und bot Ebnoutalib zusätzlich in der Offensive auf. Der Youngster nutzte seine Chance im zehnten Ligaminutentakt.

In der zweiten Hälfte hatte die Eintracht Gelegenheiten zum 3:2, kam aber nicht mehr durch. Burkardt vergab aus fünf Metern, ein weiterer Versuch von Can Uzun strich am Pfosten vorbei. Freiburg wiederum brachte seinen Ballbesitz nicht in klare Chancen. Am Ende blieb ein Remis, das beiden Mannschaften mehr weh tut als hilft: Die Eintracht wartet weiter auf den Heimsieg in dieser Saison, Freiburg gibt die Tabellenführung nach dem 7:0 der Bayern gegen Union Berlin am Freitag ab.

Bayern übernehmen die Tabellenspitze

Für den SC Freiburg ist der Punkt kein Beinbruch - die Serie ohne Niederlage hält, und die Champions-League-Ränge bleiben in Sichtweite. Die Enttäuschung dürfte aber überwiegen, weil Freiburg gegen einen taktisch reagierenden Gegner die eigene Feldüberlegenheit nicht in Zählbares übersetzte. Frankfurt hingegen kann sich damit trösten, dass die junge Umbauelf gegen einen der Ligafavoriten Torgefahr entwickelte. Am nächsten Spieltag reist die Eintracht nach Leipzig, Freiburg empfängt Werder Bremen.