Wenn Frankreich am Dienstagabend um 23:00 Uhr MESZ im MetLife Stadium in East Rutherford auf Schweden trifft, schließt sich für Didier Deschamps' Mannschaft ein vertrauter Kreis. Hier hat der Weltmeister von 2018 schon den Auftakt gegen Senegal mit 3:1 gewonnen, hier soll nun das Sechzehntelfinale gegen Schweden den Weg ins Achtelfinale ebnen. Die Bilanz der Gruppenphase liest sich erdrückend: 3:1 gegen Senegal, 3:0 gegen den Irak, 4:1 gegen Norwegen, zehn Tore in drei Spielen.

Kylian Mbappé und Ousmane Dembélé trafen in der Vorrunde jeweils viermal, dazu zeigt sich der neue Bayern-Profi Michael Olise als dritter Offensivpfeiler in Topform. Schwedens Trainer Graham Potter macht aus dem Respekt vor diesem Trio keinen Hehl: „Wir müssen das Spiel unseres Lebens spielen“, sagte der 51-Jährige laut NWZ vor der Partie. „Die Jungs sind in einer guten Verfassung, um das zu schaffen.“

Sein Weg ins Sechzehntelfinale war deutlich holpriger. Nach dem 5:1-Auftakt gegen Tunesien kassierte Schweden gegen die Niederlande dieselbe Klatsche und kam gegen Japan nur zu einem 1:1. Als Gruppendritter rutschten die Skandinavier weiter. Potter sieht darin trotzdem eine Chance: „Es ist eine Chance, die du einmal im Leben kriegst, dass du bei einer WM gegen so einen Gegner spielst“, sagte er laut Sport1. „Wir müssen um unser Leben kämpfen, und das werden die Jungs machen.“

Schwachstellen im Mittelfeld - und auf der linken Seite

Die Sportschau-Analyse vor der Partie zeigt, wo Frankreich angreifbar ist. Die Mittelfeldachse mit Adrien Rabiot, Manu Koné und Aurélien Tchouaméni wirkt unter hohem Pressing wackelig, der Linksverteidiger Théo Hernández traf in den Gruppenspielen wiederholt schlechte Entscheidungen und verschuldete gegen Norwegen einen Elfmeter. Auch Mbappé selbst wurde nach dem Senegal-Spiel von Deschamps öffentlich für mangelndes Defensivverhalten kritisiert.

Schweden setzt offensiv auf Alexander Isak und Viktor Gyökeres, dazu Anthony Elanga über die Flügel. Verteidiger Victor Lindelöf gibt sich entschlossen: „Wir glauben an uns. Wir haben Spieler, die jeder Mannschaft der Welt wehtun können“, sagte der Manchester-United-Profi laut NWZ. Potter selbst kennt die Grenzen seines Teams: „Da sind noch viele talentierte Topspieler mehr im Angriff, sie greifen herausragend an. Wir müssen gut als Team sein und verstehen, wie wir gemeinsam verteidigen.“

Wir müssen das Spiel unseres Lebens spielen.
- Graham Potter, Schwedens Trainer, vor dem Sechzehntelfinale gegen Frankreich

Schweden hatte sich für die WM erst über die Nations-League-Playoffs qualifiziert, nachdem die EM-Quali zur Enttäuschung geraten war. Genau aus dieser Außenseiterrolle wollen die Skandinavier am Dienstag Kapital schlagen. Der Sieger trifft im Achtelfinale auf den Gewinner der Partie zwischen den USA und Australien beziehungsweise dem nachfolgenden Match - die letzten Sechzehntelfinal-Begegnungen werden bis in die Nacht ausgetragen. Im ZDF startet die Übertragung gegen 22:45 Uhr.