Spanien steht im Finale der Fußball-Weltmeisterschaft 2026. La Roja setzte sich am Dienstagabend im Halbfinale in Arlington bei Dallas mit 2:0 (1:0) gegen Frankreich durch und zieht damit erstmals seit dem Titelgewinn 2010 wieder in ein WM-Endspiel ein. Für die Équipe tricolore endet das Turnier ausgerechnet am französischen Nationalfeiertag - und mit ihm die 14-jährige Amtszeit von Trainer Didier Deschamps auf großer Bühne.

Mikel Oyarzabal brachte Spanien in der 22. Minute per Elfmeter in Führung. Vorausgegangen war ein Foul von Lucas Digne an Lamine Yamal im Strafraum: Der Linksverteidiger wollte im Drehen klären, übersah den heranrauschenden Barcelona-Stürmer und traf ihn am Oberschenkel. Oyarzabal, Torschütze im EM-Finale 2024 gegen England, verwandelte sicher ins rechte Eck. In der 58. Minute machte Pedro Porro alles klar. Der Außenverteidiger von Tottenham spielte einen Doppelpass mit Dani Olmo, hebelte die französische Abwehr aus und blieb vor Torhüter Mike Maignan cool.

Frankreich blieb ohne echte Chance. Kylian Mbappé, den die Franzosen nach seinen Sprunggelenksbeschwerden aus dem Viertelfinale kurzfristig in die Startelf zurückgeführt hatten, tauchte in 90 Minuten kaum auf. Auch Ousmane Dembélé, Michael Olise und Bradley Barcola liefen dem Ball hinterher, wie die Sportschau in ihrem Spielbericht festhielt: Spanien habe den Weltmeister von 2018 „zu bloßen Mitläufern degradiert“.

Wir haben es mit Disziplin geschafft, mit Organisation, mit Opferbereitschaft, mit Einsatz.
- Luis de la Fuente, Trainer Spanien, nach dem Spiel

Presse zerreißt Les Bleus

In Frankreich fielen die Reaktionen entsprechend hart aus. L'Équipe schrieb, die Mannschaft habe „nach einem Turnier ohne ernsthafte Herausforderung eine regelrechte Fußballlektion“ erhalten. Le Parisien sprach von einer „roten spanischen Welle“, die Les Bleus überrollt habe. Auch international wurde der Auftritt einordnet: Die Gazzetta dello Sport titelte, Spanien habe Frankreich „vernichtend geschlagen“, die niederländische De Telegraaf sah einen „dominanten“ Halbfinalsieg über den Topfavoriten.

Für Spaniens Trainer Luis de la Fuente ist der Finaleinzug die Bestätigung eines langen Aufbaus. Die Auswahl ist seit 37 Spielen ungeschlagen und tritt am kommenden Sonntag im MetLife Stadium in East Rutherford gegen den Sieger des zweiten Halbfinales an. Dort trifft am Mittwochabend in Atlanta England auf Argentinien; die Partie im Mercedes-Benz Stadium beginnt um 21 Uhr deutscher Zeit.

Deschamps' letzter Auftritt

Für Didier Deschamps war es einer der letzten großen Abende auf der Bank der Nationalmannschaft. Der Weltmeistertrainer von 2018 hatte bereits im Januar 2025 angekündigt, seinen nach dem Turnier auslaufenden Vertrag nicht zu verlängern. Als Nachfolger gilt Zinédine Zidane als gesetzt. Am Samstag steht in Miami noch das Spiel um Platz drei an, danach übernimmt der Weltmeister von 1998 die Équipe tricolore.

In Dallas bleibt vorerst nur der Blick auf Spanien: eine junge Mannschaft um Yamal, Cubarsí und Oyarzabal, die zwei Jahre nach dem EM-Titel den zweiten großen Wurf perfekt machen will.