Es ist die Neuauflage, die alle erwartet hatten: Frankreich und Spanien bestreiten am Dienstag um 21 Uhr das erste Halbfinale der Fußball-Weltmeisterschaft 2026. Austragungsort ist das AT&T Stadium in Arlington bei Dallas, die Heimspielstätte der Dallas Cowboys mit einer Kapazität von über 90.000 Plätzen. ARD und ZDF übertragen live im Free-TV, wie die Ruhrnachrichten berichten.

Spanien buchte das Ticket am Freitagabend spät. Im SoFi Stadium in Inglewood setzte sich die Elf von Luis de la Fuente mit 2:1 gegen Belgien durch, den entscheidenden Treffer erzielte Mikel Merino in der 88. Minute. Es ist der erste Halbfinaleinzug einer spanischen Auswahl seit dem Titelgewinn 2010 in Südafrika. Die Roten Teufel verloren spät ihren angeschlagenen Stammkeeper Thibaut Courtois, der mit Beschwerden am Oberschenkel vom Platz musste. „I took a goal kick and I felt a lot of pain in my quadriceps“, zitiert Yahoo Sports den Real-Madrid-Torhüter nach dem Ausscheiden.

Frankreich löste sein Ticket bereits am Donnerstag. Im Gillette Stadium bei Boston schlug die Équipe Tricolore Marokko mit 2:0. Kylian Mbappé und Ousmane Dembélé trafen jeweils in der zweiten Halbzeit. Für Didier Deschamps' Team geht es nun um den dritten WM-Finaleinzug in Folge - ein Kunststück, das seit den italienischen Legenden der 1930er Jahre keine Nation mehr geschafft hat.

Zwei jüngste Duelle, zwei spanische Siege

Die Bilanz der letzten beiden direkten Vergleiche spricht klar für Spanien. Im EM-Halbfinale 2024 in München setzten sich Lamine Yamal, Dani Olmo und Kollegen mit 2:1 gegen Frankreich durch und marschierten anschließend zum Titel. In der Nations League im Juni 2025 folgte laut Berichten des Schweizer Rundfunks SRF ein spektakuläres 5:4, ebenfalls zugunsten der Furia Roja. Die letzten drei Punktspiele gegen Spanien hat Frankreich verloren, den letzten Sieg gegen den Nachbarn feierten die Franzosen 2021.

Auf dem Papier sind die Rollen ähnlich verteilt wie in München vor zwei Jahren: Spanien mit dem präziseren Ballbesitzspiel, Frankreich mit der individuellen Klasse in den Umschaltmomenten. De la Fuente bringt mit Yamal und Nico Williams ein Flügelduo, das inzwischen die gesamte europäische Klublandschaft dominiert. Deschamps setzt auf die eingespielte Spitze um Mbappé, der bei diesem Turnier bereits sechsmal getroffen hat, und Dembélé, der nach durchwachsenen Gruppenspielen im Viertelfinale endgültig in Form kam.

Was auf dem Spiel steht

Der Sieger trifft am Sonntag im MetLife Stadium in East Rutherford auf den Gewinner des zweiten Halbfinales, das am Mittwoch in Atlanta zwischen dem Sieger von Norwegen gegen England und dem Sieger von Argentinien gegen die Schweiz ausgetragen wird. Für Spanien wäre der Finaleinzug der zweite in der Verbandsgeschichte, für Frankreich der vierte in dieser Ära nach 1998, 2018 und 2022.

Wir haben ein besseres Spiel als in der Runde davor gezeigt, aber dieses Turnier ist eine Lektion in Geduld. Am Ende hat der Kader entschieden.
- Luis de la Fuente, spanischer Nationaltrainer, nach dem 2:1 gegen Belgien

Personell dürfte Frankreich weitgehend auf dem Zahnfleisch gehen, sich aber wenig Sorgen um Ausfälle machen müssen. Spanien meldete nach der Belgien-Partie zunächst keine ernsthaften Verletzungen. Offen ist, ob Nico Williams nach kleineren muskulären Problemen in der Startelf steht oder ob de la Fuente auf Mikel Oyarzabal setzt. Auf Deschamps' Seite gilt vor allem die Frage, ob Mittelfeldregisseur Aurélien Tchouaméni die vollen 90 Minuten durchhält.

Der Anpfiff im AT&T Stadium erfolgt um 14 Uhr Ortszeit - Nachmittagsspiel in Texas, Primetime in Europa. Kickoff bei mutmaßlich geschlossenem Dach: Die Temperaturen im Dallas-Fort-Worth-Raum liegen im Juli tagsüber regelmäßig deutlich über 35 Grad.