Die Füchse Berlin haben zum zweiten Mal in Folge das Finale der Handball-Champions-League verloren. Im Endspiel des Final4 in der Kölner Lanxess Arena unterlagen die Berliner am Sonntagabend dem FC Barcelona mit 34:37 (16:20). Wie die Sportschau und handball-world berichten, war es Barcelonas 13. Titelgewinn in der Königsklasse; für die Füchse wäre es der erste gewesen. Schon im Vorjahr hatten sie im rein deutschen Finale gegen den SC Magdeburg mit 26:32 verloren - wieder geht der Verein mit Silber nach Hause.

Die Geschichte des Abends spielte über weite Strecken Emil Nielsen, Torhüter des FC Barcelona. Der Däne wehrte 14 Würfe ab, allein in der ersten Hälfte parierte er sechs Versuche von Mathias Gidsel und einen von Lasse Andersson. Dass Barça nach 30 Minuten mit 20:16 vorn lag, war an erster Stelle Nielsens Werk. Berlin-Coach Nicolej Krickau probierte zur Halbzeit den Wechsel auf eine offene Sechs-gegen-Fünf-Formation, doch die Lücken im Berliner Tempospiel ließen sich auch im zweiten Durchgang nicht schließen. Gidsel kam am Ende auf acht Tore und wurde als Top-Torschütze der Champions League ausgezeichnet, Andersson und Tim Freihöfer trafen jeweils siebenmal.

Es tut jetzt mega weh. Aber wir sind auf jeden Fall zurück.
- Nicolej Krickau, Trainer Füchse Berlin, bei DAZN

Zwei Rote Karten und Nielsens Paraden

Nach der Pause kamen die Füchse heran, bis zu zwei Toren betrug der Rückstand zwischenzeitlich. In der 45. Minute sah Barcelonas Kreisläufer Ludovic Fabregas Rot, nachdem er Gidsel an den Wurfarm gegriffen hatte; acht Minuten später folgte mit Bence Imre eine Disqualifikation für die Berliner. Den Versuch eines Schlussspurts beendete eine Wurfunsicherheit von Gidsel, der den Ball im entscheidenden Moment versprang. Nielsen entschärfte den nächsten Versuch, Aleix Gomez und Luis Frade trafen auf der Gegenseite. Frade erzielte am Ende sieben Tore für Barcelona, Janc und Gomez kamen auf je sechs, Spielmacher Domen Makuc steuerte fünf bei. Vor 20.122 Zuschauern - ausverkauft, Vereinsrekord für das Final4 - war die Lanxess Arena bis zur Schlusssirene voll Berliner Stimmen, die Antwort lieferten die Katalanen aus dem Lehrbuch.

„Ich bin leer, körperlich und emotional“

Krickau zog nach der Schlusssirene eine knappe Bilanz. „Unser Beginn war nicht auf dem erwarteten Niveau, danach haben wir besser gespielt, aber Emil Nielsen hat einen unglaublichen Unterschied gemacht. Wir kommen aber definitiv zurück“, sagte der Däne im Interview mit DAZN. Gidsel, dreimaliger Welthandballer, fasste den Abend in einem Satz zusammen: „Ich bin jetzt einfach leer.“ Bundestrainer Alfred Gislason, der das Spiel von der Tribüne verfolgte, lobte hinterher die Berliner Mannschaft für die Saison und sprach beim ZDF von „Niveau, das international ankommt“.

Tabellarisch bleibt es eine Niederlage mit Folgen. Barcelona zieht in der Geschichte der Königsklasse mit dem Rekordhalter Ciudad Real gleich und verteidigt zugleich Spaniens Vormachtstellung im internationalen Handball. Für die Füchse stehen nach einem Final4-Wochenende ohne Titel jetzt zwei Aufgaben an: die Wundbehandlung im sportlichen Bereich und der Blick auf den Kader, der mit Andersson und Freihöfer im Sommer Verlängerungen verhandelt. Krickaus Worte am späten Sonntagabend an der Sportschau-Mikrofontraube klangen wie ein Versprechen: die nächste Reise nach Köln wird kommen.