Bei GitHub, der weltweit größten Code-Plattform, kam es am Montagnachmittag zu einem umfassenden Ausfall. Ab 15:40 Uhr MESZ brachen zentrale Dienste weg, darunter Pull Requests, GitHub Actions und der KI-Programmierassistent Copilot. Die Fehlerquote lag nach Angaben des Unternehmens bei rund 20 Prozent für Web-Anfragen und etwa 50 Prozent für Archiv-Downloads und Rohdaten aus Repositories.
GitHub datiert den Vorfall auf seiner Statusseite auf 13:40 UTC, also 15:40 Uhr deutscher Zeit. Neben Actions, Issues und Pull Requests fielen auch Webhooks aus, über die Systeme automatisiert benachrichtigt werden. Die Authentifizierungsdienste SAML, OIDC und SCIM zeigten Störungen, sodass sich Nutzer zeitweise nicht anmelden konnten. Das Portal Downdetector zählte am Nachmittag weltweit über 3.000 Meldungen, rund 2.100 aus den USA und 849 aus Indien, wie Bleeping Computer berichtete.
Auch deutsche Teams betroffen
Beim Störungsportal Netzwelt liefen Meldungen aus Frankfurt am Main, Stuttgart, Hamburg, Düsseldorf, Saarbrücken, Dortmund und Nürnberg ein - überwiegend zu Website-Problemen, Login-Fehlern und Verbindungsabbrüchen. Für Teams, die ihre Continuous-Integration-Pipelines über GitHub Actions steuern, standen automatisierte Builds und Deployments über gut drei Stunden still, geplante Releases mussten verschoben werden.
Besonders unangenehm für Microsoft: Der KI-Assistent Copilot fiel parallel zu den Kern-Diensten aus. Als GitHub gegen 18:59 Uhr MESZ sieben der acht betroffenen Dienste als weitgehend stabilisiert meldete, blieb Copilot laut Statusseite weiter als „Major Outage“ markiert. Erst am frühen Abend nahm die AI-Vervollständigung nach und nach den Betrieb wieder auf.
GitHub ist kein Ort mehr für ernsthafte Arbeit.
Es ist nicht der erste massive Ausfall bei GitHub in diesem Jahr. Das Portal Winfuture verweist auf acht Störfälle im Juli, neun im Mai und sechs im Juni. HashiCorp-Mitgründer Mitchell Hashimoto hatte GitHub bereits im April in einem viel beachteten Blogpost als „kein Ort mehr für ernsthafte Arbeit“ bezeichnet und mit seinem Terminal-Projekt Ghostty die Plattform verlassen.
Zur Ursache des heutigen Vorfalls machte Microsoft, das GitHub seit 2018 besitzt, zunächst keine Angaben. Das Unternehmen verlagert die GitHub-Infrastruktur nach eigener Darstellung schrittweise auf die Azure-Cloud. Winfuture berichtet, dass Microsoft dabei inzwischen einen 30-fachen Kapazitätsausbau plant statt der ursprünglich angesetzten Verzehnfachung - getrieben von der stark gestiegenen Nutzung durch KI-gestütztes Programmieren.
Um kurz vor 19 Uhr MESZ meldete GitHub für die meisten Dienste wieder Normalbetrieb. Für die 180 Millionen registrierten Nutzer der Plattform bleibt die Bilanz eines Montagnachmittags mit unterbrochenen Releases, verzögerten Code-Reviews und stillstehenden Deployment-Pipelines.