Die Free-TV-Premiere von „Gladiator II" hat ProSieben am Sonntagabend 1,17 Millionen Zuschauer und 6,1 Prozent Marktanteil eingebracht. Das berichtet das Branchenmagazin Quotenmeter unter Berufung auf die vorläufigen AGF-Daten. In der werberelevanten Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen kamen 0,31 Millionen Zuschauer auf 9,1 Prozent Marktanteil. Ridley Scotts Fortsetzung lief um 20.15 Uhr in einer für die Primetime geschnittenen Fassung.

Bemerkenswert ist der Kontrast zur Vorlage: ProSieben hatte das Original „Gladiator" von 2000 nur zwei Tage zuvor, am Freitagabend, gezeigt. Dort blieb der Russell-Crowe-Klassiker mit 0,53 Millionen Zuschauern und 2,9 Prozent Marktanteil deutlich unter den Erwartungen, in der Zielgruppe waren es 0,15 Millionen und 5,4 Prozent. „Der Sonntag strafte jegliche Kritiker Lügen", schrieb Quotenmeter zur Sequel-Premiere. Die Fortsetzung verdoppelte die Reichweite des Vorgängers, in der Zielgruppe fiel der Abstand sogar noch deutlicher aus.

Mescal, Washington, Pascal

„Gladiator II" setzt die Handlung Jahrzehnte nach dem Tod von Maximus fort. Paul Mescal spielt Lucius Verus Aurelius, dessen Heimat von römischen Truppen zerstört wird und der als Sklave in die Arena gezwungen wird. In Nebenrollen sind Denzel Washington als ehemaliger Sklave und Gladiatorenschulen-Betreiber Macrinus, Pedro Pascal als General Marcus Acacius, Joseph Quinn als Kaiser Geta sowie Connie Nielsen und Fred Hechinger zu sehen. Regie führte erneut Ridley Scott, das Produktionsbudget lag laut Branchenangaben bei rund 310 Millionen US-Dollar.

Die deutsche Kritik hatte den Film zum Kinostart am 14. November 2024 zwiespältig aufgenommen. Die Welt urteilte damals, das Sequel sei „unfassbar schlecht" und eine missglückte Fortsetzung; das US-Magazin Rolling Stone fragte rhetorisch, wer Scott eigentlich noch das Geld für solche Projekte gebe. Prisma hob in der Free-TV-Begleitkritik dagegen Washingtons Auftritt hervor: Dessen Macrinus bilde „das schillernde Zentrum des Films", während Mescals Lucius emotional „etwas diffus" bleibe. Trotz der gemischten Resonanz spielte „Gladiator II" weltweit über 460 Millionen US-Dollar ein.

Geschnittene Primetime-Fassung

Für die Ausstrahlung um 20.15 Uhr griff ProSieben zur gekürzten Version, wie das Portal Schnittberichte.com vermerkte. Der Film ist in Deutschland ab 16 Jahren freigegeben; einzelne Gewaltszenen, darunter die im Stadtbild als „Affen-Zombie-Szene" bekannt gewordene Arena-Sequenz, mussten für die frühe Sendezeit entschärft werden. Eine Wiederholung der ungeschnittenen Fassung kündigte ProSieben für den 12. Juni um 23.00 Uhr an.

Für die rote Sieben sind die Zahlen ein willkommener Erfolg in einem Programmumfeld, das in den vergangenen Wochen vor allem von Sport- und Eventformaten der Konkurrenz dominiert wurde. Mit der WM-Eröffnung am Donnerstag steht der nächste Reichweitenmagnet bereits im Kalender; einen Spielfilm in der Sonntags-Primetime auf über sechs Prozent Marktanteil zu hieven, gilt im aktuellen Marktumfeld als solider Wert.