Jürgen Klopp verzichtet im Nations-League-Rückspiel am Sonntag in Thessaloniki auf Serge Gnabry. Der Bundestrainer strich den Vizekapitän am Freitag aus seinem 23er-Aufgebot, wie der DFB bestätigte. Für Gnabry rückt Felix Keidel vom Aufsteiger SV Elversberg nach - der 23-Jährige wäre der erste A-Nationalspieler in der Vereinsgeschichte.
Hintergrund der Streichung ist das UEFA-Statut, das für die Gruppenphase der Nations League nur 20 Feldspieler und drei Torhüter zulässt. Nach dem 2:0 gegen Serbien hatte Klopp zunächst 24 Profis zusammen. Zur Begründung des Verzichts auf Gnabry führte der Bundestrainer Belastungssteuerung an. Der Münchner hatte am Donnerstag in München sein erstes Startelfspiel seit der schweren Verletzung bestritten, die ihn die WM-Teilnahme gekostet hatte, und war zur Pause ausgewechselt worden. Als Kapitän vertrat Gnabry gegen Serbien den von Klopp geschonten Joshua Kimmich.
Keidel: Vom Drittliga-Transfer in die Nationalelf
Keidel, Innenverteidiger und defensiver Mittelfeldspieler, war erst im Sommer 2025 für 400.000 Euro aus der dritten Liga an die Saar gewechselt. Mit Elversberg stieg er zu Saisonbeginn in die Bundesliga auf, stand bislang in jedem Ligaspiel in der Startelf und erzielte beim 4:3 in Mönchengladbach einen Freistoßtreffer. Für den Linksfuß wäre es die erste Berufung ins A-Team - und zugleich der nächste Debütanten-Zugriff unter Klopp, der seit seinem Amtsantritt in drei Länderspielen auffällig breit rotiert.
Mit dem Streichen Gnabrys verschiebt sich auch die Rangordnung im DFB-Lager. Florian Wirtz vom FC Liverpool, der in der zweiten Hälfte gegen Serbien die Kapitänsbinde übernommen hatte, ist mit 47 Länderspielen nun der erfahrenste Nationalspieler des Reisekaders. Hinter ihm liegen Kimmich und einige Routiniers aus der Dreierkette.
Verzichten muss Klopp ohnehin auf Nico Schlotterbeck. Der Dortmunder knickte am Mittwoch im Trainingslager in Herzogenaurach bei einer Aufwärmübung um und zog sich eine Außenbandverletzung im rechten Sprunggelenk zu. Nach einer weiteren Behandlung in München reiste der Innenverteidiger noch am selben Tag nach Dortmund ab. Auch sein Einsatz im Bundesliga-Spiel gegen Werder Bremen am 9. Oktober gilt nach Berichten der Sportschau als gefährdet.
Das Spiel am Sonntagabend im Toumba-Stadion ist für Klopp zugleich der Versuch, die bisher einzige Niederlage seiner Amtszeit zu korrigieren. Beim 0:1 vor einer Woche in Augsburg hatte Griechenland Deutschlands Heimdebüt des Bundestrainers verdorben - und sich zugleich den ersten Sieg im elften Aufeinandertreffen mit der DFB-Elf gesichert. Anstoß ist am 4. Oktober um 20.45 Uhr, RTL überträgt live.