Google Maps hat den Ontariosee für US-Nutzer in „Lake America“ umbenannt. Wie wir am Donnerstag berichteten, hatte US-Präsident Donald Trump die Umbenennung per Executive Order angeordnet; das Innenministerium trug den neuen Namen am 27. August in das US-Kartenregister GNIS ein. Am Samstag zog der Kartenkonzern nach. Wer die App in den USA öffnet, sieht seither „Lake America“. In Kanada bleibt es beim Ontariosee, außerhalb der beiden Staaten erscheinen beide Namen nebeneinander.

Google begründete den Schritt mit einer bestehenden Regel. „Weil wir Google Maps aktualisieren, um Namensänderungen aus offiziellen staatlichen Quellen abzubilden, und das für die USA das GNIS ist, sehen Nutzer in den USA künftig ‚Lake America', jene in Kanada weiterhin ‚Lake Ontario', und alle anderen beide Namen“, teilte der Konzern laut Fox Business mit. Bereits Anfang 2025 hatte Google auf dieselbe Weise reagiert, als Trump den Golf von Mexiko in „Gulf of America“ umbenennen ließ.

Niemand wird ihn Lake America nennen. Er heißt seit Hunderten von Jahren Ontariosee.
- Doug Ford, Premier der Provinz Ontario, gegenüber NBC

Apple und MapQuest halten dagegen

Auffällig ist, dass Apple diesmal nicht mitzieht. Auf Apple Maps steht der See auch am Sonntag noch als Ontariosee, wie Al Jazeera berichtet - obwohl der Konzern bei der Umbenennung des Golfs von Mexiko im Vorjahr Googles Kurs gefolgt war. Der Konkurrent MapQuest hatte schon vor dem Dekret öffentlich erklärt, die Änderung nicht zu übernehmen. Auf der Website des Anbieters läuft inzwischen ein Namensgenerator, der Alternativvorschläge auswürfelt.

In den betroffenen Regionen wächst der politische Widerstand. Ontarios Premier Doug Ford spottete am Sonntag bei NBC’s „Meet the Press“, das Dekret erinnere ihn an „eine Nummer aus Saturday Night Live“. New Yorks Gouverneurin Kathy Hochul teilte gegenüber CBS mit, ihr Bundesstaat werde den Namen nicht verwenden. Auch die Seneca Nation, eine der sechs Nationen der Haudenosaunee-Konföderation, forderte die Rücknahme der Order. „Der Ontariosee gehört nicht den USA. Der Präsident kann keinen Anspruch auf unsere Kultur erheben oder sie durch verantwortungslose politische Aktionen auslöschen“, erklärte Nationspräsident J. Conrad Seneca am Freitag und verwies auf den Vertrag von Canandaigua von 1794.

Ottawa hält an seiner Linie fest. Premierminister Mark Carney hatte bereits am Donnerstag daran erinnert, dass der Name Ontariosee auf das Wendat-Wort „Ontari'io“ zurückgehe - „der See ist schön, der See ist groß“ - und älter sei als die kanadische Konföderation und die US-Unabhängigkeit. Wirksam ist Trumps Umbenennung völkerrechtlich damit weiter nicht. Für Millionen Google-Maps-Nutzer in den USA ist sie ab diesem Wochenende trotzdem die Realität.