Zwischen erstem Training auf US-Boden und Generalprobe am Samstag hat die deutsche Nationalmannschaft am Mittwoch eine kulturelle Pflicht erledigt. Leon Goretzka und David Raum besuchten das Goethe-Institut in Chicago, wo rund 120 Schülerinnen und Schüler aus Illinois und Indiana auf die beiden DFB-Spieler warteten. Eingeladen hatte das Goethe-Institut zur Veranstaltung „Fußball verbindet“ im Rahmen des German American Partnership Program.
Die Kinder kommen aus vier Schulen, darunter die Bret Harte Grundschule im Süden Chicagos, und lernen Deutsch im Unterricht; viele haben deutsche Wurzeln. Die Fragerunde verlief, wie der Tagesspiegel berichtet, zweisprachig - Goretzka und Raum wechselten flexibel zwischen Deutsch und Englisch. Die Schüler wollten wissen, warum die beiden mit „Soccer“ angefangen haben, wie hoch ein Profi den Ball schießen kann und warum Deutschland bei der WM besser sein soll als bei der EM 2024. Dann kam die unvermeidbare Frage: Messi oder Ronaldo?
Das hat Spaß gemacht, es waren ein paar coole Fragen dabei. Schön, dass wir vor Ort waren und den Menschen eine Freude machen konnten.
Raums Antwort kam schnell: „Messi“. Goretzka stimmte zu. Über den Portugiesen sagte er laut Tagesspiegel knapp: „Freunde sind wir nicht. Wir kennen uns von den Spielen.“ Die Reaktionen im Saal seien gemischt gewesen, schreibt das Blatt - offenbar saßen auch Ronaldo-Anhänger im Publikum. Im Anschluss signierten beide Autogramme auf Rucksäcken und Trikots, posierten für Selfies. Sky Sport zeigt Bilder, auf denen Kinder Goretzka bitten, ihnen direkt auf den Finger zu unterschreiben.
Vor der Generalprobe gegen die USA
Der Termin am Goethe-Institut ist Teil des PR-Programms vor dem letzten Test der DFB-Auswahl vor der WM. Am Samstag um 20:30 Uhr deutscher Zeit trifft Deutschland im ausverkauften Soldier Field auf Co-Gastgeber USA, übertragen wird die Partie bei RTL. Manuel Neuer fehlte beim ersten Training auf US-Boden weiter mit Wadenproblemen, der Rest des 26-köpfigen Kaders war komplett dabei. Am Sonntag bezieht das Team das Basis-Quartier für das Turnier, das am 11. Juni eröffnet wird. Das erste Gruppenspiel gegen Curaçao steigt am 14. Juni in Houston.
Für das Goethe-Institut, das deutsche Sprache und Kultur im Ausland vermittelt, ist die WM eine Bühne, die nicht jedes Jahr nach Chicago kommt. Auf den Lehrplänen einiger US-Schulen liegt seit Monaten ein eigenes Unterrichtsmaterial-Paket zur Fußball-WM 2026. Goretzka und Raum lieferten an diesem Mittwoch den Werbeauftritt dazu - inklusive der Erkenntnis, dass auch in Chicago die Messi-Ronaldo-Frage keine endgültige Antwort findet.