Günther Maria Halmer ist tot. Der Schauspieler starb im Alter von 83 Jahren nach kurzer, schwerer Krankheit, wie das Münchner Residenztheater auf Instagram mitteilte. Wie sehr sein Tod nachhallt, zeigte sich an diesem Samstag im Ersten: Für den Nachmittag des 16. Mai nahm die ARD ihren Programmplan kurzfristig auseinander und zeigte um 15.30 Uhr statt der Komödie „Endlich Gardasee!“ den Film „Mein Vater, der Esel und ich“, in dem Halmer den Hartmut „Bonanza“ Zeller spielte.

Geboren am 5. Januar 1943 in Rosenheim, wurde Halmer einem Millionenpublikum als Karl „Tscharlie“ Häusler bekannt - der Rolle, mit der er in Helmut Dietls Serie „Münchner Geschichten“ Mitte der 1970er-Jahre den Durchbruch schaffte. Der Münchner Tonfall, den er dort kultivierte, blieb über Jahrzehnte sein Markenzeichen.

Halmer arbeitete früh auch international. 1982 stand er in Alan J. Pakulas „Sophies Entscheidung“ neben Meryl Streep vor der Kamera und verkörperte den Auschwitz-Kommandanten Rudolf Höß; im selben Jahr war er in Richard Attenboroughs „Gandhi“ zu sehen. Im deutschen Fernsehen prägte er als Jean Abel die ZDF-Reihe „Anwalt Abel“ und war regelmäßig in „Das Traumschiff“ und in Rosamunde-Pilcher-Verfilmungen besetzt.

Zuletzt kehrte Halmer auf die Bühne zurück: 2025 spielte er am Residenztheater in einer Inszenierung des „Brandner Kaspar“ von Franz Xaver Kroetz, musste die Arbeit wegen seiner Erkrankung aber unterbrechen. Mit seiner Frau Claudia war er rund 50 Jahre verheiratet, das Paar hat zwei Söhne und lebte zuletzt im Raum Rosenheim.

Staatsintendant Andreas Beck würdigte ihn im Namen des Residenztheaters mit den Worten eines letzten Vorhangs.

Es war mir eine große Ehre. Ich verneige mich vor einem wundervollen, großen Schauspieler. Applaus und stehende Ovationen für Günther Maria Halmer.
- Andreas Beck, Staatsintendant des Residenztheaters München

Halmers Tod fällt in eine Woche, in der der deutsche Film gleich mehrere prägende Darsteller verliert. Wenige Tage nach ihm starb die Defa-Schauspielerin Angelica Domröse.