Die GLS Bank hat am Samstag in Bochum ihr Gutes Morgen Festival eröffnet. In der denkmalgeschützten Jahrhunderthalle treffen am 6. und 7. Juni rund 160 Aussteller, fünf Zukunftstalks, 23 Workshops und zwei Live-Konzerte aufeinander. Der Eintritt ist frei, die Veranstalter bewerben das Programm als Deutschlands größte Nachhaltigkeitsmesse.
Höhepunkt ist der Zukunftstalk von Robert Habeck (Grüne) am Samstagmittag um 12.30 Uhr. Der frühere Vizekanzler und Wirtschaftsminister diskutiert unter dem Titel „Demokratie zwischen Angst und Visionen“ mit dem Publikum darüber, wie positive Zukunftsbilder antidemokratische Strömungen kontern können. Wie die Genossenschaftsbank im Vorfeld mitteilte, will Habeck argumentieren, dass fehlende konkrete Visionen Angst und antidemokratische Strömungen begünstigen, während Mut aus positiven Bildern erwachse.
Auf dem Podium versammeln die Veranstalter zudem Stimmen aus Zivilgesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft. HateAid-Mitgründerin Anna-Lena von Hodenberg spricht über digitale Gewalt, taz-Wirtschaftsredakteurin Ulrike Herrmann über grünen Kapitalismus. Politikwissenschaftlerin Emilia Roig, Klimapsychologin Katharina van Bronswijk, Journalist Fabian Grischkat und die Fair-Trade-Unternehmerin Lisa Jaspers diskutieren parallel in den weiteren Talks.
Konzert, Workshops, Genossenschafts-Versammlung
Musikalisches Aushängeschild ist Alice Merton, bekannt für den Welthit „No Roots“, die am Samstagabend auftritt. Der Ökologie-DJ Dominik Eulberg legt eine audiovisuelle Biodiversitäts-Show auf. Die 23 Workshops decken Bildung, Bio-Landwirtschaft, Finanzwissen, Zivilgesellschaft und Jugendperspektiven ab, im Außenbereich gibt es eine Mitmach-Meile für Familien. Die Hauptbühne und die Generalversammlung der GLS Bank in Halle 4 werden in Deutscher Gebärdensprache übersetzt, Workshops auf Anfrage.
Das Festival ist für die GLS Bank Aushängeschild und Generalversammlung in einem. Die Bochumer Genossenschaftsbank, deren Aktionäre traditionell am ersten Juniwochenende zusammenkommen, hat den Termin vor Jahren um ein offenes Programm erweitert. Inzwischen werben rund 160 Aussteller von Start-ups bis NGOs für nachhaltige Geldanlagen, regionale Lebensmittel und faire Lieferketten. Im laufenden Wahlkampfjahr, in dem die AfD in den jüngsten Umfragen vor der Union liegt, will die Bank ein Gegennarrativ zu Politikverdrossenheit und Klima-Resignation aufmachen.