Der FC Schalke 04 hat die erste DFB-Pokal-Runde beim Hallescher FC nur nach 120 Minuten überstanden. Am Montagabend setzte sich der Zweitligist im Leuna-Chemie-Stadion mit 5:2 (0:0, 1:1) nach Verlängerung durch, nachdem der Regionalligist die Partie in der Nachspielzeit noch zum 2:2 ausgeglichen hatte. Der eingewechselte Edin Dzeko traf zweimal und drehte die Partie zugunsten der Königsblauen.

Halle war lange auf Kurs Sensation. Vin Kastull brachte den Viertligisten in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit in Führung, Schalke antwortete durch Dejan Ljubicic (63.) und den Foulelfmeter von Dzeko (82.). Als in der 90.+2. Niclas Stierlin für Halle zum 2:2 traf, war die Verlängerung erzwungen, wie die Sportschau und die kicker-Liveticker übereinstimmend festhielten. Dort schlug dann die von Trainer Miron Muslic von der Bank gebrachte Bundesliga-Klasse durch: Moussa Sylla (99.), Junior Adamu (105.+2) und erneut Dzeko (118.) sorgten für die klare Endnote.

Wir haben den schwierigen Weg gewählt, uns am Ende aber verdient durchgesetzt.
- Miron Muslic, Trainer FC Schalke 04

Muslic hatte in seiner ersten Pokalrunde als Schalke-Trainer auf Kapitän Kenan Karaman verzichten müssen, den Hüftbeschwerden ausbremsten. Der Coach setzte laut Aufstellung auf ein Mittelfeldzentrum um Ron Schallenberg und den zurückgekehrten Ilyes El-Faouzi, in der Sturmspitze begann Sylla. Erst nach knapp einer Stunde brachte der Trainer Dzeko und den ebenfalls neuen Robin Gosens - ein Wechsel, der die Partie kippte. „Dzeko kommt nach einer Stunde ins Spiel und macht erst ein Elfmetertor und legt dann gewieft für Sylla auf“, fasste Eurosport die Rolle des Bosniers zusammen.

Halle nutzt seine Chancen, verliert am Ende die Kraft

Für den Regionalligisten war die Pokalpartie das prestigeträchtigste Duell seit Jahren. Sportchef Marian Unger hatte laut Vorberichten eingeräumt, gegen den Bundesliga-Aufsteiger brauche es „die perfekte Form“ - über 90 Minuten war der HFC daran nah dran. Beide Halle-Tore fielen aus Standardsituationen, gegen die Schalke wackelte, ehe Dzekos Einwechslung und die Frische der Bank in der Verlängerung den Unterschied machte.

Am Ende steht der einzige Bundesligist des Abends, der in der ersten Runde in die Verlängerung musste, in Runde zwei - dem sechsten Auftritt in der zweiten Pokalrunde in Folge, wie Eurosport festhielt. Schalke tritt am kommenden Wochenende in der 2. Bundesliga wieder an, Halle spielt am Freitag in der Regionalliga Nordost. Muslic sprach nach dem Abpfiff von der „Widerstandsfähigkeit“ seiner Mannschaft: „Das macht uns stark, das ist Schalke.“