Das Erste hat am Freitagabend „Servus Eddie - Spätes Glück“ gezeigt, den letzten Film mit Günther Maria Halmer. Der bayerische Schauspieler war am 10. Mai im Alter von 83 Jahren an den Folgen einer Krebserkrankung gestorben. Die 89-minütige Tragikomödie unter der Regie von Felix Karolus lief um 20:15 Uhr im Ersten und steht bereits seit Anfang der Woche in der ARD-Mediathek.

Halmer verkörpert Adam Einmiller, einen ehemaligen Zahnarzt, der nach dem Tod seines Sohnes obdachlos geworden ist und auf einem Münchner Friedhof lebt. Als der zum Streifendienst degradierte Polizist Eddie Kolozecik, gespielt von Maximilian Brückner, den älteren Herrn aufgreift, entwickelt sich zwischen beiden eine unerwartete Nähe. In weiteren Rollen sind Jutta Speidel als Eddies Mutter Maria, Gerhard Wittmann als Streifenkollege Carlo und Marlene Morreis zu sehen. Das Drehbuch schrieb Karolus gemeinsam mit Gerlinde Wolf unter dem Pseudonym Putzi von Adamo. Produziert hat new!move films im Auftrag von ARD Degeto, gedreht wurde im Sommer 2024 in München.

Für die Beteiligten ist die Ausstrahlung ein Nachruf mit bewegten Bildern. Speidel, die mit Halmer über Jahrzehnte hinweg immer wieder vor der Kamera stand, sagte dem Fachmagazin TV Movie, mit ihm sei einer der ganz Großen gegangen. Produzent Luca Verhoeven, Sohn von Senta Berger, berichtete gegenüber t-online, Halmer habe den anstrengenden Sommerdreh bei teils 30 Grad tapfer bewältigt und die Rolle mit großer Präsenz gespielt.

Mit ihm ist einer der ganz Großen gegangen.
- Jutta Speidel, TV Movie

Ein bayerisches Schauspielerleben

Halmer, 1943 in Rosenheim geboren, hatte 1974 als Karl „Tscharlie“ Häusler in Helmut Dietls Fernsehserie „Münchner Geschichten“ seinen Durchbruch. In den späten Achtzigern wurde er als Titelfigur der ZDF-Reihe „Anwalt Abel“ bundesweit bekannt. International spielte er 1982 in Richard Attenboroughs Oscar-Film „Gandhi“ mit und stand für Alan J. Pakulas „Sophies Entscheidung“ neben Meryl Streep vor der Kamera, dort in der belastenden Rolle des Auschwitz-Kommandanten Rudolf Höß. Über 190 Film- und Fernsehproduktionen weist seine Filmografie am Ende aus.

Andreas Beck, Intendant des Bayerischen Staatsschauspiels, hatte nach dem Tod erklärt, er verneige sich vor einem großen Schauspieler. Halmer war in den vergangenen Jahren an das Münchner Residenztheater zurückgekehrt, wo er 2025 in Franz Xaver Kroetz' „Gschichtn vom Brandner Kaspar“ auf der Bühne stand, bevor er die Vorstellungen krankheitsbedingt pausieren musste. Beigesetzt wurde er in der Pfarrkirche St. Rupert und Martin in Söllhuben im Landkreis Rosenheim.

„Servus Eddie - Spätes Glück“ ist in der ARD-Mediathek noch bis Ende Juli 2027 abrufbar.