Lewis Hamilton hat im 14. Anlauf seinen ersten Sieg für Ferrari geholt. Beim Großen Preis von Spanien auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya gewann der 41-Jährige am Sonntag mit 19,5 Sekunden Vorsprung vor George Russell im Mercedes und Lando Norris im McLaren. Es ist Hamiltons 106. Karrieresieg in der Formel 1 - und sein erster seit dem Großen Preis von Belgien 2024, 40 Rennen und 686 Tage zuvor. Wie die offizielle Rennzusammenfassung des Verbands meldete, sicherte sich Hamilton den Sieg mit einer aggressiven Drei-Stopp-Strategie an einem Tag, an dem die Asphalttemperatur jenseits der 50 Grad lag.
Im Cockpit war die Reaktion unmittelbar. „Grazie an alle hier bei Ferrari und an das Team in der Fabrik. Wir haben die Hoffnung nie aufgegeben, und dieses Team hat mich immer wieder aufgerichtet“, funkte Hamilton nach Überqueren der Ziellinie an seine Box. Mit Tränen in der Stimme sprach er anschließend in der Pressekonferenz davon, ein Jahr lang von diesem Moment geträumt zu haben, der ihm phasenweise „fast unmöglich“ erschienen sei. Bei seinem Wechsel von Mercedes zu Ferrari im Januar war er Saisonpilot ohne Sieg geblieben - bis Barcelona.
Wir haben die Hoffnung nie aufgegeben, und dieses Team hat mich immer wieder aufgerichtet.
Drei-Stopp-Strategie, Virtual Safety Car als Schlüssel
Während die meisten Teams angesichts der Hitze auf eine Zwei-Stopp-Strategie setzten, plante Ferrari drei Boxenstopps für Hamilton, in Runde 12, 23 und 24 Runden vor Schluss. Den entscheidenden Vorteil brachte eine virtuelle Safety-Car-Phase, ausgelöst vom Ausfall des Aston-Martin-Piloten Fernando Alonso. Hamilton kam unter neutralisierten Bedingungen frei in die Box und gab keine Position ab. „Mercedes hatte keine Antwort“, schrieb ESPN nach dem Rennen, da die Strategie der Scuderia auf der überlangen Distanz das schnellere Tempo der W17 von George Russell aufzehrte. Sieben Fahrer beendeten das Rennen nicht, darunter Hamiltons Stallrivale Charles Leclerc, beide Aston Martin sowie Hülkenberg im Audi und Bearman im Haas.
Den größten Aufreger lieferte der Mercedes-Junior Kimi Antonelli. Der italienische Teenager war von Startplatz drei aus an Russell vorbeigezogen und lag fünf Runden vor Schluss auf Platz zwei, als eine gebrochene Endplatte am Frontflügel ihn zur Aufgabe zwang. Damit endete eine Serie von sechs Siegen in Folge - jener Lauf, der den 19-Jährigen in der WM-Wertung an die Spitze gebracht hatte. Russell rückte nach, Norris komplettierte das Podium und sorgte für das erste rein britische Podium der Formel-1-Geschichte seit Brands Hatch 1968.
Ältester Sieger seit Jack Brabham
Mit seinen 41 Jahren ist Hamilton der älteste Grand-Prix-Sieger seit Jack Brabham, der 1970 den Großen Preis von Südafrika gewonnen hatte. In der Fahrerwertung schiebt sich der siebenmalige Weltmeister zurück in den Sichtbereich der Spitzengruppe. Für Ferrari ist es der erste Saisonsieg überhaupt - eine Trendwende, die Teamchef Frédéric Vasseur in der Box mit Mütze und Mineralwasser feiern ließ. Beim Hahnenkampf um die Konstrukteurswertung bleibt McLaren dank Norris vorn, doch Ferrari hat erstmals einen Hebel, an dem sich auch Leclerc bei den verbleibenden Rennen orientieren kann.