Hannover 96 und der FC St. Pauli haben sich am Samstagabend 1:1 getrennt. Vor ausverkauftem Haus in der Heinz-von-Heiden-Arena brachte Abdoulie Ceesay die Gäste in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit in Führung, Husseyn Chakroun glich drei Minuten nach dem Seitenwechsel aus. Für Sandro Wagner war es das erste Heim-Pflichtspiel als Cheftrainer der Niedersachsen; sein Debüt hatte der 37-Jährige in der Vorwoche beim 0:3 in Magdeburg eingefahren.

Begonnen hatte die Partie mit einem Dämpfer für die Hausherren. Chakroun drückte bereits in der neunten Minute einen Querpass zum vermeintlichen 1:0 über die Linie, nach VAR-Überprüfung zählte der Treffer aber nicht - Benjamin Källman stand beim Zuspiel knapp im Abseits. Statt der frühen Führung schlug St. Pauli in der Nachspielzeit zu: Louis Oppie, selbst früherer 96-Nachwuchsspieler, legte Ceesay den Ball in den Fünfmeterraum, der Gambier traf aus kurzer Distanz. Chakroun bekam sein Tor kurz nach der Pause doch noch, als er in der 48. Minute einen unglücklich weitergeleiteten Ball von St. Paulis Lars Ritzka über die Linie drückte.

Jeder hat mal angefangen, Fußball zu spielen für Flutlicht am Samstagabend. Da gibt es für mich nicht viele coolere Sachen.
- Sandro Wagner, Trainer Hannover 96, auf der Pressekonferenz vor dem Spiel

Für 96-Rückkehrer Marcel Hartel war die Partie gegen seinen Ex-Klub emotional aufgeladen: 98 Pflichtspiele und 24 Tore trug der 30-jährige Spielmacher zwischen 2021 und 2024 für den FC St. Pauli bei, bevor er in die MLS nach St. Louis und von dort zurück nach Hannover wechselte. In der zweiten Halbzeit prüfte Ceesay die Hausherren noch einmal gefährlich - in der 73. Minute köpfte der Angreifer an den Pfosten -, in der Schlussphase verwalteten beide Teams den Punkt. Hannover 96 steht nach acht Spieltagen mit sieben Zählern auf Platz 15 der Tabelle, nur zwei Punkte über dem Relegationsrang.

St. Pauli bleibt ungeschlagen

Für den FC St. Pauli ist es das vierte Pflichtspiel in Folge ohne Niederlage. Trainer Marcel Rapp, der im Juni 2026 Alexander Blessin abgelöst und zuvor Holstein Kiel in die Bundesliga geführt hatte, schob sein Team mit 13 Punkten auf Rang sieben; auf den ersten Auswärtssieg der Saison wartet der Hamburger Zweitligist allerdings weiter. Wagner hatte vor der Partie betont, dass es für die aktuelle 96-Mannschaft „keine One-Man-Show“ gebe, es brauche Zeit, sich zu entwickeln. Nach 90 Minuten gegen den Tabellensiebten blieb ihm beim Blick auf die Tabelle vor allem diese Erkenntnis.