Kai Havertz brauchte am Samstagabend in der Puskás-Aréna nur sechs Minuten, um Arsenal in Führung zu bringen, und am Sonntagmorgen einen kurzen Satz, um seine Lage zu beschreiben. „Trotzdem bringt es mir jetzt nicht sehr viel, muss ich sagen“, sagte der 26-Jährige nach dem 3:4 im Elfmeterschießen gegen Paris Saint-Germain gegenüber t-online. Der Treffer war Havertz' zweiter in einem Champions-League-Endspiel - nach 2021 für den FC Chelsea gegen Manchester City. In der Statistik der seit 1992/93 reformierten Königsklasse ist Havertz damit der erste deutsche Spieler, dem Tore in zwei Endspielen gelangen, wie Sky Sport berichtet. Zählt man die Vorgänger-Ära des Europapokals der Landesmeister hinzu, schaffte das vor ihm nur das Bayern-Duo Gerd Müller (Finals 1974 und 1975) und Franz Roth (Finals 1975 und 1976). International ist Havertz nach Cristiano Ronaldo und Mario Mandžukić zudem erst der dritte Spieler, der in Endspielen für zwei verschiedene Vereine traf. Für Arsenal war es dennoch eine bittere Nacht: Der Premier-League-Meister scheiterte am Elfmeterpunkt, Havertz selbst war zum Zeitpunkt der Entscheidung längst ausgewechselt.
Mir fällt es immer schwer, zuzuschauen, anstatt selber da zu stehen.
Wie Havertz gegenüber t-online weiter sagte, will er die Niederlage rasch einordnen. „Wir können stolz auf die Saison sein. Wir haben die Meisterschaft gewonnen, aber natürlich ist man direkt nach dem Spiel ein bisschen angeschlagen.“ Trainer Mikel Arteta verpasste mit dem Klub zum zweiten Mal in vier Jahren einen großen Titel auf europäischer Bühne; das einzige bisherige CL-Endspiel der Engländer datiert aus dem Jahr 2006. An diesem Sonntag steht in London noch eine Meister-Parade an, am Dienstag reist Havertz weiter zur deutschen Nationalmannschaft. Dort wartet der Auftakt in die Vorbereitung auf die Weltmeisterschaft, die am 11. Juni in den USA, Mexiko und Kanada beginnt.
Vorfreude auf das DFB-Team
Mit Julian Nagelsmann hatte Havertz nach eigener Aussage am späten Samstagabend noch nicht gesprochen, mit den Mitspielern dafür schon: „Ich habe mir schon ein paar Videos auf YouTube angeguckt von den Jungs. Ich kann es kaum erwarten, zu den Jungs zu stoßen“, sagte er der Funke Mediengruppe, wie sport.de berichtet. Im Vorfeld der WM hatte Nagelsmann angekündigt, Havertz vor allem in der offensiven Mittelfeldzentrale einsetzen zu wollen; das DFB-Team trifft am 6. Juni in Mainz auf Finnland und reist nach einem letzten Test am 9. Juni nach Atlanta, wie der DFB seinen Reiseplan veröffentlichte.
Wie wir gestern in der Berichterstattung zum Endspiel berichteten, war Havertz' früher Treffer das Resultat einer einstudierten Eckball-Variante; Arsenal verlor das Momentum jedoch nach Dembélés Ausgleichstreffer in der 65. Minute. „Jetzt ein, zwei Tage nochmal Pause und dann geht es am Dienstag los“, sagte der Stürmer gegenüber sport.de. So bittersüß die Nacht von Budapest endete - in den Statistiken der Champions League hat sich Havertz an diesem 30. Mai 2026 dauerhaft eingetragen.