Clara Hegemann ist U20-Weltmeisterin im Hammerwurf. Die 19-Jährige von der LG Stadtwerke München gewann am Samstagabend im Hayward Field von Eugene, Oregon, mit einem Wurf auf 68,99 Meter Gold. Silber holte die Finnin Pinja Kärhä mit 68,51 Metern, Bronze ging an Nova Kienast von Berlin Athletics, die auf 67,89 Meter kam. Damit stehen im Frauen-Hammerwurf der U20-WM zwei deutsche Athletinnen auf dem Podest.

Der Wettkampf im legendären Stadion der University of Oregon fiel eng aus. Kärhä, die als einzige Werferin in dieser Saison über die 70-Meter-Marke gekommen war, führte lange, ehe Hegemann sich mit ihrem entscheidenden Versuch durchsetzte. Kienast, die vor einem Jahr in Tampere U20-Europameisterin geworden war und in der Qualifikation mit 64,75 Metern das Finale erreicht hatte, verbesserte sich im Endkampf um über drei Meter und blieb nur knapp hinter Kärhä.

Für Hegemann ist der Titel die Bestätigung einer Saison, in der sie den 25 Jahre alten deutschen U20-Rekord auf zuletzt 69,81 Meter geschraubt hatte. Vor der Reise nach Eugene hatte sie gegenüber leichtathletik.de ein klares Ziel formuliert: die 70-Meter-Marke zu knacken. Diese Grenze blieb im WM-Finale unerreicht, an der Goldmedaille änderte das nichts. Auch in der Qualifikation hatte die Münchnerin schon souverän gewirkt und sich mit 66,68 Metern im ersten Versuch das Finale gesichert.

Mein Ziel war, nur einen Wurf zu machen. Es lief also genau nach Plan.
- Clara Hegemann nach der Qualifikation, leichtathletik.de

Nova Kienast, die für Berlin Athletics an den Start geht, ergänzt die deutsche Erfolgsbilanz um Bronze. Die U20-Europameisterin von Tampere war als Nummer acht der Meldeliste nach Oregon gereist und hatte in der Qualifikation im dritten Versuch noch die notwendige Weite gefunden. Zwei Jahre zuvor hatten die beiden Werferinnen bereits gemeinsam auf einem internationalen Podium gestanden, damals bei den U18-Europameisterschaften. Ihr Duell zieht sich seither durch die deutsche Nachwuchsleichtathletik.

Deutsche Doppelmedaille in einer starken Wurf-Saison

Das Ergebnis reiht sich in eine ohnehin starke Saison der deutschen Wurfdisziplinen ein. Bei den Männern hatte Merlin Hummel im Frühjahr in Mannheim mit 81,27 Metern einen Meetingrekord aufgestellt, im gleichen Wettkampf hatte Hegemann ihren U20-Rekord zum ersten Mal verbessert. In Eugene verpasste der Wuppertaler Max Baier im Männer-Hammerwurf-Finale am Freitag als Sechster mit 72,18 Metern einen Medaillenrang um zwei Zentimeter.

Das WM-Podium von Eugene komplettierten hinter Hegemann, Kärhä und Kienast die US-Amerikanerin Burklie Burton (67,50 Meter), Polina Dzerozhynska aus der Ukraine (67,01 Meter) sowie die Chinesin Chen Jiajun (66,75 Meter). Die U20-Weltmeisterschaften waren vom 5. bis 9. August erstmals seit 2014 wieder in Eugene ausgetragen worden, dem festen Trainings- und Meisterschaftsort der US-Leichtathletik.