Die zu Pfingsten erwartete Hitzewelle hat in Deutschland ihre Spitzenwerte erreicht: An Pfingstsonntag meldete die Station des Deutschen Wetterdienstes in Regensburg 33,2 Grad, den bislang höchsten Maiwert dieses Jahres. Pfingstmontag und Dienstag folgten Werte von bis zu 34 Grad im Südwesten, ohne dass der DWD eine offizielle Hitzewarnung herausgab. Wie bereits vor dem Wochenende absehbar, dürfte der Mai 2026 damit zu den wärmsten Maimonaten seit Aufzeichnungsbeginn zählen.

Im bundesweiten Vergleich der Pfingstsonntag-Messungen lag Regensburg vorn, gefolgt von Kitzingen mit 32,7 Grad und Waghäusel-Kirrlach in Baden-Württemberg mit 32,5 Grad, wie aus einer Auswertung des Portals insideBW hervorgeht. Allerdings meldeten umliegende Stationen rund um Regensburg zwei bis drei Grad weniger - ein Hinweis, dass der Spitzenwert nicht vollständig repräsentativ ist. Schon am Pfingstsamstag hatten Waghäusel und Heidelberg jeweils 31,5 Grad gemessen, den ersten 30-Grad-Tag des Jahres. Das war rund zwei Wochen später als 2025, wie der Meteorologe Dominik Jung gegenüber der Heilbronner Stimme einordnete.

Hitzepol Westeuropa

Während Deutschland im oberen Bereich der 30er bleibt, fallen in Westeuropa die historischen Maibestmarken. Météo France teilte am Pfingstmontag mit, der Tag sei „seit Beginn der Aufzeichnungen der heißeste Maitag in ganz Frankreich“ gewesen, berichtete ZDFheute. Sieben Todesopfer registrierten die Behörden in Frankreich über das Wochenende, davon mindestens fünf durch Ertrinken. In Großbritannien zeigte die Station Kenley nahe London laut Met Office in der Nacht zum Dienstag mit 21,3 Grad den wärmsten Mai-Nachtwert seit Aufzeichnungsbeginn.

Klimatologen ordnen die Maihitze in einen längeren Trend ein. „Es ist ein außergewöhnliches Ereignis, verbunden mit den Treibhausgasemissionen, die die globale Erwärmung antreiben“, sagte die französische Klimaforscherin Valérie Masson-Delmotte gegenüber Euronews. Der Mai-Mittelwert sei in Europa von rund 12 Grad im Vergleichszeitraum 1961 bis 1990 auf rund 13,3 Grad in den Jahren 1991 bis 2020 gestiegen. Mai-Tage über 35 Grad wurden zuletzt 2018, 2022 und 2024 registriert - mit zunehmender Häufigkeit.

Für eine Hitzewarnung reicht das noch nicht. Die Nächte sind noch kühl und sorgen für ausreichend Entspannung.
- Lars Kirchhübel, Deutscher Wetterdienst, gegenüber Nordkurier

Mittwoch-Abkühlung, dann zurück

Beim Deutschen Wetterdienst gibt man sich trotz der Spitzenwerte zurückhaltend. „Für eine Hitzewarnung reicht das noch nicht“, sagte DWD-Meteorologe Lars Kirchhübel gegenüber dem Nordkurier. Die Nächte kühlten noch ausreichend ab, Gebäude heizten sich nicht über mehrere Tage auf. Die Sonne Ende Mai habe aber „eine ähnliche Strahlungsstärke wie Ende Juli“; im Allgäu und auf Alpenhöhen rechne der Dienst mit UV-Indizes bis 9, warnte Kirchhübel insbesondere vor der UV-Belastung in den Mittagsstunden.

Ab Mittwoch sinken die Temperaturen vorübergehend um rund zehn Grad. Bereits ab Freitag rollt nach Berechnungen des Portals Weather.com die nächste Hitzewelle heran, mit bis zu 34 Grad in den südwestlichen Landesteilen und mehr als 30 Grad an drei aufeinander folgenden Tagen. Erst Anfang Juni soll die klassische Schafskälte einsetzen und kühlere Luft samt Niederschlag zurückbringen. Bis dahin spielt das Wetter weiter Hochsommer - mit dem Unterschied, dass dann auch die Nächte wärmer werden könnten und die Hitzewarnung des DWD näher rückt.