Arte hat Gabriele Salvatores' „Ich habe keine Angst“ am Montagabend in die Hauptsendezeit gehoben. Der Sender zeigte das italienische Drama nach dem Roman von Niccolò Ammaniti am 8. Juni um 20:15 Uhr. Eine Wiederholung steht am Samstag, dem 13. Juni, um 14:20 Uhr im Programm, parallel ist der Film bis zum 7. Juli in der Arte-Mediathek abrufbar, wie kulturnews und TV Movie melden. Die Redaktion von TV Movie führt den Termin als „Top-Tipp“.

Salvatores erzählt von Michele, einem neunjährigen Jungen in Apulien des Jahres 1978, der in der flirrenden Hitze eines verlassenen Gutshofs ein Erdloch entdeckt. Darin sitzt Filippo, ein gleichaltriger Junge aus Norditalien, von Entführern verschleppt und nahezu zerbrochen. Michele beginnt heimlich, ihn mit Brot und Wasser zu versorgen - und bemerkt nach und nach, dass die Männer aus seinem eigenen Dorf hinter dem Verbrechen stehen. Sein Vater Pino, gespielt von Dino Abbrescia, gehört zu ihnen. In den Hauptrollen sind die Laiendarsteller Giuseppe Cristiano und Mattia Di Pierro zu sehen, an ihrer Seite Aitana Sánchez-Gijón als Micheles Mutter.

Von der Berlinale ins italienische Erzählkino

Der Film entstand 2003 als italienisch-spanisch-britische Koproduktion und lief im Wettbewerb der Berlinale desselben Jahres. Bei den David-di-Donatello-Preisen 2004 erhielt er Auszeichnungen für die beste Kamera und den besten Jugendfilm. Salvatores arbeitete eng mit Ammaniti zusammen: Der Schriftsteller verfasste das Drehbuch gemeinsam mit Francesca Marciano, was der literarischen Vorlage einen seltenen direkten Weg ins Bild verschaffte. Die Wikipedia datiert die deutsche Erstaufführung auf das Jahr nach der Berlinale, der Filmdienst empfiehlt das Werk ab 14 Jahren.

Eine poetische Filmerzählung über eine kindliche Wahrnehmung zwischen Abenteuer, Einbildung und harter Wirklichkeit.
- Filmdienst

Dass Arte ausgerechnet jetzt Platz für ein 95-minütiges italienisches Kinderdrama freiräumt, fügt sich in das Sommerprogramm des Senders. Vergangene Woche brachte derselbe Sendeplatz Sergio Leones „Es war einmal in Amerika“ zurück ins Lineup; nun folgt mit Salvatores ein weiterer italienischer Regisseur, der seinen Stoff aus dem Süden bezieht. Während die Vorberichterstattung zur WM die Programmschemata dominiert, gibt es bei Arte für die Tage vor dem Anpfiff im Aztekenstadion noch einen anderen Sommer zu sehen: einen, der in Apulien spielt und dessen größtes Geheimnis nicht in Mexiko, sondern in einem Erdloch zwischen Weizenfeldern liegt.