Die Zahl der Toten nach dem schweren Erdbeben auf der indonesischen Insel Flores ist am Sonntag auf mindestens 51 gestiegen. Nach Angaben der Katastrophenschutzbehörde BNPB und des Gesundheitsministeriums wurden zudem 36 Menschen schwer und 77 leicht verletzt. Mehr als 900 Häuser seien vollständig zerstört, rund 450 weitere beschädigt worden, berichtet die Berliner Zeitung unter Berufung auf die Behörden.
Wie wir am Samstag berichteten, hatte das Beben der Stärke 7,7 die Provinz Ost-Nusa Tenggara am frühen Morgen erschüttert. Damals sprach BNPB von 47 Toten, und die Schadenszählung stand bei knapp 160 zerstörten Häusern. Innerhalb weniger Stunden hat sich das Bild der Zerstörung deutlich verschärft: Die Behörde zählt inzwischen 167 beschädigte öffentliche Einrichtungen, darunter Schulen, Gesundheitsstationen und Kirchen.
Kabinettssekretär Teddy Indra Wijaya erklärte, „mehr als 3.500 Angehörige von Militär und Polizei“ seien in die Region entsandt worden. Rund 5.000 Menschen harren nach Angaben von BNPB in Notunterkünften aus. Die indonesische Luftwaffe fliegt nach Angaben der Nachrichtenagentur Antara rund 275 Tonnen Hilfsgüter ein; 20 Tankstellen sind noch außer Betrieb.
Trans-Flores-Straße blockiert
Zentrale Verkehrsader der Insel ist die rund 700 Kilometer lange Trans-Flores-Straße. Sie ist an mehreren Stellen durch Erdrutsche versperrt, sodass Hilfsteams betroffene Bezirke im Landesinneren nur per Fähre oder Hubschrauber erreichen. Am schwersten getroffen bleibt der Regierungsbezirk Nagekeo südlich des Epizentrums, das rund 68 Kilometer nordnordwestlich der Küstenstadt Ende lag.
In den Städten meiden viele Bewohner weiterhin ihre Häuser. Der stellvertretende Bezirksvorsteher Simon Subandi sagte dem Sender KompasTV, „fast alle Einwohner hätten sich nicht mehr in ihre Häuser getraut“. Die Seismologen registrierten seit dem Hauptbeben rund 341 Nachbeben, das stärkste mit einer Magnitude von 6,2.
Fast alle Einwohner haben sich nicht mehr in ihre Häuser getraut.
Präsident Prabowo Subianto hatte am Wochenende den Versand von 50.000 Hilfspaketen und 4,5 Milliarden Rupiah an Soforthilfe angeordnet. Nach Einschätzung der NZZ steht die Regierung nun vor der schwierigen Aufgabe, die Grundversorgung in einer Region wiederherzustellen, in der Straßen unpassierbar und Kommunikationsleitungen unterbrochen sind. Der Flugverkehr zwischen Bali und Ost-Nusa Tenggara läuft nach einer kurzen Unterbrechung wieder.