Apple hat iOS 27 am Montagabend um 19 Uhr deutscher Zeit für iPhones freigegeben. Das Update ist über die Einstellungen unter „Softwareupdate" verfügbar und läuft auf allen Modellen ab dem iPhone 11 aus dem Jahr 2019. Was in Deutschland zum Marktstart allerdings weiter fehlt, ist das eigentliche Aushängeschild der neuen Software-Generation: die generative Siri, die Apple im Juni auf der WWDC vorgestellt hatte.
Wie wir im Juni berichteten, hatte der Konzern den EU-Start der neu gebauten Sprachassistentin unter Verweis auf den Digital Markets Act (DMA) auf unbestimmte Zeit verschoben. Diese Blockade gilt zum Auslieferungstag weiter. Bereits damals stellte Software-Chef Craig Federighi im Apple Newsroom klar, dass das Unternehmen die Auseinandersetzung mit Brüssel nicht für erledigt hält. Eine Aktualisierung des Zeitplans für Deutschland gab Apple auch am Montag nicht bekannt.
Wir sind zutiefst enttäuscht, dass unsere EU-Nutzerinnen und Nutzer Siri AI nicht auf iPhone oder iPad haben werden, wenn wir unsere neuen Software-Versionen später in diesem Jahr ausliefern.
Was das Update auf deutschen iPhones bringt
Sichtbarste Neuerung ist der überarbeitete Look, den Apple „Liquid Glass" nennt. Über einen Schieberegler lässt sich die Transparenz und der Kontrast der Oberfläche in Echtzeit anpassen, dazu kommen geschärfte App-Icons und ein umgebautes Kontrollzentrum. In der Fotos-App ergänzt Apple neue KI-Werkzeuge, mit denen sich Bildausschnitte nachträglich korrigieren, Bildränder generativ erweitern und störende Objekte entfernen lassen, wie die Wirtschaftswoche unter Berufung auf Apples Release Notes berichtet.
Unter der Haube verspricht Apple Tempozuwächse: App-Starts sollen bis zu 30 Prozent schneller ablaufen, Foto-Importe in die Mediathek um bis zu 70 Prozent, AirDrop-Übertragungen um bis zu 80 Prozent. Netzwelt listet zudem eine automatische Tab-Gruppierung in Safari, eine Preisänderungs-Überwachung für Produktseiten und feinere elterliche Kontrollen bei App-Beschränkungen auf. iCloud-Fotoalben lassen sich nun geräteübergreifend auch von Android- und Windows-Nutzern in voller Auflösung teilen.
Nicht jedes iPhone bekommt alles
Kompatibel ist iOS 27 mit allen iPhones ab dem iPhone 11 aus dem Jahr 2019, wie Apple im Support-Bereich seiner Webseite ausweist. Wer die vollen Apple-Intelligence-Funktionen nutzen will, braucht dagegen mindestens ein iPhone 15 Pro, ein iPhone 16 Pro oder ein Modell der neuen iPhone-18-Serie. Erst dort steckt der Chip, der die KI-Modelle lokal ausführt. Für die noch fehlende neue Siri bleibt es unabhängig von der Hardware bei einer offenen Verzögerung: Bis zu einer Einigung mit Brüssel ist auch für 2027 kein Marktstart bestätigt.
Ein Detail, das Macwelt hervorhebt: Selbst nach einer möglichen Freigabe der Siri-Funktionen würden einzelne Audio-Fähigkeiten der Apple Intelligence in Deutschland an einer rechtlichen Hürde hängen. Aufnahmen sind hierzulande nur legal, wenn alle Beteiligten zustimmen - für die in den USA erprobte Umgebungsgeräusch-Analyse ein Nadelöhr. Die deutsche iPhone-Realität nach dem Update: neues Aussehen, schnellere Foto-App, aber der Sprachassistent bleibt der alte.