Wie wir am Samstag berichteten, war der südafrikanische Nationalspieler Jayden Adams am Vormittag desselben Tages leblos aufgefunden worden. In den beiden Viertelfinal-Partien am Wochenende hat die FIFA nun jeweils eine Schweigeminute für den 25-Jährigen abgehalten. In Miami vor dem 2:1 der Engländer gegen Norwegen und in Kansas City vor Argentiniens 3:1 nach Verlängerung gegen die Schweiz erinnerte der Weltverband an den Mittelfeldspieler der Mamelodi Sundowns. Sein Klub, Präsident Cyril Ramaphosa und mehrere ehemalige Vereine haben inzwischen Beileidsbekundungen veröffentlicht, die Todesursache ist weiter offen.

Ramaphosa reagierte am Samstag mit einer schriftlichen Erklärung. Der Präsident sagte laut The South African, er habe mit tiefer Bestürzung vom Tod Adams' erfahren; Südafrika trauere gemeinsam mit der Familie, den Mannschaftskollegen und Millionen Fans. In derselben Erklärung würdigte Ramaphosa auch den ebenfalls verstorbenen Rugby-Spieler Luqobo Makwedini, der am Freitag mit 20 Jahren nach einem Herz-Kreislauf-Zusammenbruch beim Training des französischen Zweitligisten AS Béziers gestorben war. Der Präsident sprach vom tragischen Verlust zweier junger Talente an einem Wochenende.

Der Tod hat auf grausame Weise einen von uns gestohlen.
- Erklärung der südafrikanischen Spielergewerkschaft SAFPU

Sundowns und Stellenbosch nehmen Abschied

Der amtierende Meister Mamelodi Sundowns veröffentlichte eine formale Mitteilung des Vorstands und der Motsepe-Familie. Der Klub bestätigte den Tod des „hochtalentierten Bafana-Bafana-Mittelfeldspielers“, sprach der Familie sein Beileid aus und bat die Öffentlichkeit um Privatsphäre für die Angehörigen. Adams war im Januar 2025 vom Stellenbosch FC nach Pretoria gewechselt. Mit den Sundowns gewann er auf Anhieb die südafrikanische Meisterschaft, in der Saison 2025/26 folgte der Titel in der CAF Champions League.

Auch Adams' Ausbildungsklub aus Stellenbosch meldete sich zu Wort. Der Verein hatte ihn 2020 als ersten Absolventen seiner Nachwuchsakademie mit einem Profivertrag ausgestattet. Fünf Jahre lang trug Adams das Trikot des Kap-Klubs, in 109 Ligaeinsätzen erzielte er sieben Tore, ehe er zum Rekordmeister wechselte. FIFA-Präsident Gianni Infantino ließ mitteilen, es sei „unglaublich traurig zu erfahren, dass der südafrikanische Mittelfeldspieler Jayden Adams verstorben ist“ - er werde „schmerzlich vermisst werden“.

Todesursache bleibt offen

Zu den genauen Umständen liegen keine offiziellen Angaben vor. Die Polizei in Kapstadt ermittelt weiter, Sportminister Gayton McKenzie bekräftigte am Wochenende seine Bitte an Medien und Öffentlichkeit, auf Spekulationen zu verzichten. Die südafrikanische Sonntagszeitung Sunday World berichtete unter Berufung auf eigene Recherchen, Adams habe unter Depressionen gelitten; die Behörden haben diese Darstellung bislang nicht bestätigt. Auch beim Fundort gehen die Angaben auseinander: Die südafrikanische Spielergewerkschaft SAFPU hatte am Samstag Schotsche Kloof in Kapstadt genannt, mehrere Blätter berichten von einem Haus in Stellenbosch. Adams' Lebensgefährtin Aqueelah Adendorf, mit der er eine fünfjährige Tochter hat, bedankte sich auf Instagram für die Beileidsbekundungen und bat wie die Familie um Ruhe.

Die WM 2026 macht am Sonntag und Montag Pause. Am Dienstag geht das Turnier mit dem Halbfinale zwischen Frankreich und Spanien in Dallas weiter, am Mittwoch trifft England in Atlanta auf Argentinien. Ob die FIFA in den Halbfinals erneut an Adams erinnern wird, ließ der Verband zunächst offen.