Die FIFA hat den marokkanischen Schiedsrichter Jalal Jayed für den deutschen WM-Auftakt gegen Curacao nominiert. Der 39-Jährige leitet die Gruppe-E-Partie am Sonntag um 19:00 Uhr deutscher Zeit im Houstoner NRG Stadium, wie die Sportschau und ran übereinstimmend berichten. Für Jayed ist es das Debüt bei einer WM-Endrunde, für Marokkos Schiedsrichterzunft die Rückkehr ins Hauptfeld nach 24 Jahren.
Jayed steht seit 2019 auf der FIFA-Liste. Sein Lebenslauf umfasst vier Einsätze beim Afrika-Cup - darunter das Spiel um Platz drei beim Turnier 2025 in Marokko - sowie vier Partien bei der U20-WM 2025. Eine Endrundenpartie der A-Nationalmannschaften pfeift er erstmals. Die Sportschau bezeichnet ihn als „international eher unerfahrenen Schiedsrichter“. An den Seitenlinien stehen mit Zakaria Brinsi und Mostafa Akarkad zwei Landsleute, vierter Offizieller ist der Südafrikaner Abongile Tom.
Statistisch fällt der Marokkaner mit einer harten Hand auf. Beim Afrika-Cup im Januar zückte er nach Angaben des afrikanischen Verbands CAF im Schnitt vier gelbe Karten pro Spiel; eine Rote zeigte er bei seinen vier Einsätzen nicht. Dass die FIFA einen vergleichsweise unerfahrenen Mann für eine Auftaktpartie ansetzt, ist diesmal kein Einzelfall: Der Weltverband berief 52 Hauptschiedsrichter, 88 Assistenten und 30 Video-Assistenten - das größte Aufgebot der WM-Geschichte. Aus Deutschland ist nur Felix Zwayer als Hauptschiedsrichter dabei, dazu kommen seine Assistenten Robert Kempter und Christian Dietz sowie VAR Bastian Dankert.
Erste marokkanische Pfeife seit 2002
Mit Jayed kehrt nach Recherchen des marokkanischen Sportportals Elbotola erstmals seit der WM 2002 in Japan und Südkorea wieder ein Unparteiischer aus dem Königreich auf eine Endrundenbühne zurück. Damals war Mohamed El Kazzaz als Hauptschiedsrichter im Einsatz. Beim Turnier 2022 in Katar war Marokko nur durch einen Video-Assistenten vertreten. Dass nun ausgerechnet Jayed den Auftakt einer DFB-Generation pfeift, die nach dem Vorrunden-Aus von Katar wieder ins Halbfinale will, gibt der Personalie zusätzliches Gewicht. Curacao tritt als WM-Debütant in Gruppe E an; im DFB-Lager gilt die Partie als Pflichtsieg.
Bundestrainer Julian Nagelsmann hatte seinen 26er-Kader plus Ersatztorwart Jonas Urbig am Mittwochmorgen im W. Dennie Spry Soccer Stadium in Winston-Salem zusammengeführt, zunächst für das offizielle Mannschaftsfoto, anschließend zum öffentlichen Training vor rund 3.000 Zuschauern. Manuel Neuer absolvierte die Einheit nach seinen jüngsten muskulären Problemen erstmals wieder voll, Verletzungssorgen meldete der DFB-Tross nicht. Die ARD überträgt am Sonntag ab 18:00 Uhr live, Tom Bartels kommentiert, Esther Sedlaczek moderiert, Bastian Schweinsteiger ist als Experte angekündigt.