Regionalligist SSV Jeddeloh II hat den 1. FC Heidenheim in der ersten Runde des DFB-Pokals aus dem Wettbewerb geworfen. Am Sonntagnachmittag setzte sich der Viertligist im Oldenburger Marschweg-Stadion mit 5:2 (3:1) gegen den Zweitligisten und Bundesliga-Absteiger durch. Doppeltorschütze Haris Hyseni und ein Tim Janßen mit dem 4:1 zerlegten die Heidenheimer Defensive; Frank Schmidts Team steht schon vor dem Zweitliga-Auftakt am Boden.

Der FCH war früh in Führung gegangen. Youngster Y. Wagner traf in der 12. Minute zum 1:0, doch die Antwort kam postwendend: Nur zwei Minuten später glich Kamer Krasniqi für die Ammerländer aus. Kapitän Jan Schöppner lenkte den Ball in der 27. Minute unglücklich ins eigene Tor, ehe Hyseni in der 29. auf 3:1 stellte. Nach der Pause vergab Budu Zivzivadze einen Foulelfmeter für Heidenheim, ehe Hyseni in der 70. selbst vom Punkt traf und Janßen zwei Minuten später den Deckel drauf machte. Mikkel Kaufmann verkürzte in der 89. Minute noch auf 2:5, wie die Liveticker von ZDFheute und Eurosport übereinstimmend festhielten.

Es ist unfassbar. Für die Momente haben wir alle angefangen, Fußball zu spielen.
- Moritz Onken, Torwart SSV Jeddeloh II, gegenüber dem ZDF

Auf der Trainerbank fehlte bei Heidenheim ausgerechnet die prägende Figur. Frank Schmidt, seit über zwei Jahrzehnten Cheftrainer des FCH, musste eine Gelb-Rot-Sperre aus der vergangenen Pokalsaison absitzen; Co-Trainer Bernhard Raab vertrat ihn auf der Bank. Nach dem Abpfiff sprach Schmidt gegenüber der Sportschau von einem „gewaltigen Rucksack“, den die Mannschaft nun in die Zweitliga-Spielzeit trage. Vorstandsvorsitzender Holger Sanwald hatte im Vorfeld noch die Devise ausgegeben: „Unser Ziel ist es, erfolgreich in die neue Saison zu starten.“ Nach 90 Minuten in Oldenburg bleibt davon wenig übrig.

Fünfte Pokalteilnahme, erstmals zweite Runde

Für den SSV Jeddeloh II ist es die größte Nacht der Vereinsgeschichte. Der Klub aus dem 850-Einwohner-Ort im Landkreis Ammerland spielt seit 2017 in der Regionalliga Nord, schloss die vergangene Saison auf Platz vier ab und ist amtierender Niedersachsenpokalsieger. Es war erst die zweite DFB-Pokal-Teilnahme des Vereins - und die erste, die über die erste Runde hinausreicht. Trainer Kristian Arambasic, laut ZDFheute in seiner fünften Pokalteilnahme mit dem vierten unterschiedlichen Verein, war vor Sonntag noch ohne Sieg im Wettbewerb.

Torhüter Moritz Onken fasste die Stimmung am Marschweg zusammen: „Ich schätze mal, das wird heute eine lange Nacht“, sagte er ins ZDF-Mikrofon. Die Auslosung der zweiten Runde fordert am kommenden Wochenende den nächsten Gegner - Jeddeloh II bleibt im Lostopf der Amateure, Heidenheim muss die Wunden lecken. Frank Schmidt wird an der Seitenlinie zurück sein, wenn der FCH am nächsten Wochenende in die 2. Bundesliga startet. Der Rucksack, wie er sagt, dürfte ihn eine Weile begleiten.