Julia Meck hat Anzeige bei der Polizei erstattet, nachdem sie über soziale Netzwerke Morddrohungen und Vergewaltigungswünsche erhalten hat. Die 25-Jährige, Noch-Ehefrau des Dortmunder YouTubers Jean Pierre Kraemer, wird seit dem angekündigten Ende von JP Performance zur Zielscheibe eines Teils seiner Fangemeinde. Über den Fall berichten unter anderem 20 Minuten, Blick, Ruhrnachrichten und Radio 91.2 unter Berufung auf BILD.

Wie wir am Dienstag berichteten, hatte Kraemer am 1. September angekündigt, seinen gesamten Firmenverbund aufzulösen - eine Reaktion auf die Wiederaufnahme des Ermittlungsverfahrens gegen ihn wegen Körperverletzung und den Bruch mit Werbepartnern wie Borussia Dortmund und Gönrgy. Ein Teil seiner mehr als 2,7 Millionen Kanalabonnenten macht nun nicht Kraemer, sondern Meck für den Rückzug verantwortlich. Auf ihren Kanälen häufen sich Beleidigungen, Todeswünsche und explizite Gewaltandrohungen.

Dass einige Internet-Rambos sich die Fakten zurechtbiegen, ist eine Sache. Aber Todesdrohungen erreichen mich, und dagegen setze ich mich zur Wehr.
- Julia Meck gegenüber BILD

Blick zitiert exemplarisch zwei der Nachrichten, die Meck erreicht haben: „JP hätte dich lieber direkt kalt gemacht“ und „Tod, glaub mir“, verbunden mit der Aufforderung, das Haus nicht mehr zu verlassen. Meck zieht sich nach Angaben der Zeitung weitgehend aus den sozialen Medien zurück, will die juristische Verfolgung aber konsequent durchziehen. „Natürlich habe ich Angst“, sagte sie BILD. „Aber ich bin tapfer und ich weiß, dass viele Menschen mich in dieser schwierigen Zeit unterstützen.“

Zweite Ermittlungsspur

Für die Dortmunder Polizei entsteht damit eine zweite Ermittlungsspur parallel zum bereits laufenden Verfahren wegen häuslicher Gewalt. Meck hatte nach dem Polizeieinsatz vom 26. Juli in der gemeinsamen Villa Strafantrag gegen Kraemer gestellt; ein ärztlicher Bericht dokumentiert nach früheren Angaben Hämatome am Hals und Blutergüsse an den Armen. Die Ruhrnachrichten schreiben, Meck wolle mit der neuen Anzeige auch anderen Frauen Mut machen, sich gegen Gewalt und digitale Übergriffe zur Wehr zu setzen. Die Absender der Drohnachrichten müssen mit Ermittlungen wegen Bedrohung und Nachstellung rechnen.

Kraemer selbst hat sich zu den Anfeindungen gegen seine Noch-Ehefrau bislang nicht öffentlich geäußert. Nach seinem Abschiedsvideo vom Montag reiste er nach Angaben von „auto motor und sport“ zu seinem Vater auf die Bahamas. Das im Sommer verhängte Kontaktverbot bleibt bestehen. Ob und wie er von seinem Auslandsaufenthalt aus auf die Radikalisierung eines Teils seiner Community reagiert, ist offen.