Das 61. Bundesfinale von Jugend forscht ist am Sonntag in Herzogenaurach zu Ende gegangen. Bundesbildungsministerin Karin Prien (CDU) zeichnete vor mehr als 1.000 Gästen am Sitz des Industriezulieferers Schaeffler die diesjährigen Bundessiegerinnen und Bundessieger aus. 159 junge Forscherinnen und Forscher waren mit 116 Projekten aus sieben Fachgebieten angetreten - alle hatten sich zuvor über die Landeswettbewerbe qualifiziert.
Insgesamt hatten sich nach Angaben der Stiftung Jugend forscht in diesem Jahr 11.327 Schülerinnen, Schüler und Auszubildende mit 6.302 Projekten unter dem Motto „Maximale Perspektive“ am Wettbewerb beteiligt. Schaeffler trat zum zweiten Mal als Bundespate auf. „Wir wollen mit dieser Patenschaft ein Signal setzen, wie entscheidend Technologien und Innovationen für die Gestaltung der Zukunft unseres Landes sind“, sagte Konzernchef Klaus Rosenfeld zum Auftakt.
Die sieben Bundessieger
Im Fach Arbeitswelt setzte sich der 19-jährige Götz Anft aus Niedersachsen mit einer Arbeit über die Feuchtigkeitseinflüsse auf 3D-Drucker-Filamente durch. Den Sieg in Biologie holte die ebenfalls aus Niedersachsen stammende Jamila-Cate Tran (20) mit einer statistischen Untersuchung zu SGLT-2-Hemmern bei Nierentransplantierten. Den Chemie-Preis teilen sich Levi Jekic, Lennart Antritter und Alexander Kluge aus Bayern für die Analyse einer komplexen Metalllegierung.
In den Geo- und Raumwissenschaften gewannen Alexander Leukert und Leon Heinisch aus Baden-Württemberg mit einer Simulation zur Satellitennavigation. Den Bundessieg in Mathematik/Informatik sicherte sich der erst 15-jährige Malte Rauschenbach aus Bayern mit einer energieeffizienten Übersetzung von KI-Modellen. In der Physik überzeugte Ben Waldmann aus Thüringen mit einer Arbeit zu Axionsternen im frühen Universum. Den Technik-Preis bekam der 20-jährige Stefan Weiß aus Bayern für einen tragbaren Multifunktionskalibrator zur Prüfung digitaler Multimeter.
Die Welt von morgen wird in den MINT-Fächern gemacht. Wissenschaft und Forschung sind wichtiger denn je.
Neben den Fachpreisen vergaben die Stiftung und ihre Partner mehrere Sonderpreise. Der Preis des Bundespräsidenten ging an die Geschwister Viyona und Aarav Singh aus Kalifornien für eine Arbeit zur Vorhersage von Proteinvarianten. Den Preis des Bundeskanzlers erhielt Tim Kammel aus Nordrhein-Westfalen für eine physikalische Untersuchung an Sanduhren. Der Sonderpreis der Forschungsministerin ging an Vincent Nack aus Bayern für einen KI-basierten Schutz vor Telefonbetrug.
Bei der Verleihung waren auch Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU), der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) und Schaeffler-Erbe Georg F. W. Schaeffler vor Ort. Das nächste Bundesfinale richtet die Stiftung 2027 aus; die regionalen und Landeswettbewerbe starten bereits im Herbst.