Vier Tage nach ihrem Amtsantritt verlässt Katie Zacharia das Weiße Haus. Die 37. Pressesprecherin unter Donald Trump räumt den Posten, berichtete der Sender Fox News am Freitag unter Berufung auf einen hochrangigen Regierungsvertreter. Zacharia hatte das Amt erst am Montag von Karoline Leavitt übernommen; am Dienstag folgte ihre einzige Pressekonferenz.

Trump selbst hatte zuvor öffentlich angedeutet, Zacharia solle ihre berufliche Zukunft überdenken. Auf die direkte Frage, ob er sie entlassen habe, antwortete er mit Nein. Gegenüber Reportern sagte der Präsident, Zacharia sei von den Medien sehr unfair behandelt worden. Trump hatte die 41-jährige Juristin Anfang Oktober persönlich angerufen und ihr den Posten angeboten; Zacharia hatte zuletzt die Kommunikation für Trump Media and Technology Group beraten, den Betreiber von Truth Social.

Ein Debüt in 14 Minuten

Zacharias erster Auftritt im James S. Brady Press Briefing Room am Dienstag dauerte rund 14 Minuten. Etwa die Hälfte der Zeit las sie vorbereitete Statements vor, danach ließ sie drei Fragen zu und beendete den Termin. Der britische Guardian titelte „Enter the Zachbot“. Die frühere Biden-Sprecherin Jen Psaki verglich die Vorstellung mit einem Comedy-Sketch, der keiner sein wollte. Trump bezeichnete die Darbietung dagegen als exzellent.

Zur eigentlichen Belastung wurden die Tage nach dem Debüt. In einem Interview mit dem Trump-nahen Kommentator Jack Posobiec in dessen Sendung „Real America's Voice“ sprach Zacharia abfällig über chinesische Infrastruktur, wie unter anderem die Berliner Zeitung dokumentiert. „Die haben nicht einmal vernünftige Toiletten“, sagte sie dort über das Land. Das Pekinger Außenministerium reagierte prompt.

Sie ist herzlich willkommen, sich bei Gelegenheit China anzusehen.
- Mao Ning, Sprecherin des chinesischen Außenministeriums

Fast zeitgleich geriet Zacharias juristische Vita unter Druck. Auf die Frage einer Reporterin, wo sie ihre Anwaltsprüfung abgelegt habe, hatte sie am Dienstag geantwortet: „Als ich nach China zog.“ Später räumte sie gegenüber konservativen Medien ein, die kalifornische Bar-Prüfung nach ihrem Jurastudium an der Pepperdine University 2011 nicht bestanden zu haben. Die kalifornische Anwaltskammer bestätigte der Washington Post, keine Zulassung unter ihrem Namen oder Mädchennamen zu führen - obwohl Trump sie wiederholt als Anwältin bezeichnet hatte.

Nachfolge offen

Wer das Amt übernimmt, ließ das Weiße Haus bis Freitagabend offen. Zacharia war bereits im Februar als stellvertretende Sprecherin des Heimatschutzministeriums unter Kristi Noem gestartet, nach wenigen Wochen aber wieder gegangen. Vorgängerin Karoline Leavitt, mit unter 30 Jahren die jüngste Pressesprecherin in der Geschichte des Weißen Hauses, hatte den Posten Ende August nach der Geburt ihres zweiten Kindes aufgegeben.

Der Fall reiht sich in eine Serie kurzlebiger Personalentscheidungen in Trumps zweiter Amtszeit ein. Zacharias Auftritt fiel in eine ohnehin angespannte Phase zwischen Weißem Haus und Presse: Erst vor wenigen Wochen hatte die Regierung drei Medien den Zugang zum Pressebereich entzogen. Wenige Wochen vor den Zwischenwahlen muss die Trump-Administration erneut einen zentralen Posten im Kommunikationsapparat besetzen.