Die ehemalige österreichische Gesundheitsministerin Andrea Kdolsky ist tot. Die Ärztin und Politikerin starb am Mittwochabend im Alter von 63 Jahren, wie die APA aus ihrem Umfeld erfuhr. ORF.at meldete den Tod am 30. September gegen 19:52 Uhr, am Donnerstag folgten Nachrufe in Standard, Kurier, Tiroler Tageszeitung und meinbezirk.at. Kdolsky war zuletzt auf der Palliativstation der Klinik Oberwart im Burgenland behandelt worden, wie Heute berichtet.

Kdolsky hatte ihre Krebserkrankung im Herbst 2024 öffentlich gemacht und seither immer wieder über Therapie und Alltag mit der Diagnose gesprochen. Ihr früherer Lebensgefährte Philipp Ita würdigte sie gegenüber Heute mit den Worten: „Andrea, in deinen letzten drei Jahren hast du uns gezeigt, was es bedeutet, selbst in schwersten Zeiten mutig, optimistisch und zuversichtlich zu bleiben.“ Ihre Erfahrungen hatte sie in dem Buch „Blume in der Wüste“ verarbeitet.

Sie hat sich für ein Gesundheitswesen eingesetzt, das die Menschen und ihre Bedürfnisse in den Mittelpunkt stellt.
- Beate Meinl-Reisinger, NEOS-Vorsitzende, gegenüber ORF.at

Die 1962 in Wien geborene Fachärztin für Anästhesie und Schmerztherapie war von 2007 bis 2008 Gesundheits- und Familienministerin in der Regierung von Kanzler Alfred Gusenbauer. 2023 verließ Kdolsky die ÖVP aus Protest gegen die Koalition ihrer Partei mit der FPÖ in Niederösterreich. Bei den jüngsten Verhandlungen zwischen ÖVP, SPÖ und NEOS auf Bundesebene beriet sie die Pinken in Gesundheitsfragen. Zuletzt arbeitete sie für das Burgenland am Aufbau eines Krebsbehandlungszentrums nach dem Vorbild der britischen Maggie's Centres.

Reaktionen quer durch das politische Spektrum

ÖVP-Bundesparteiobmann und Kanzler Christian Stocker würdigte Kdolsky laut ORF.at als Politikerin, die „offen ausgesprochen hat, was sie dachte“, und nie vor unbequemen Positionen zurückgescheut sei. Burgenlands Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ) nannte sie gegenüber der Tiroler Tageszeitung „eine außergewöhnliche Persönlichkeit“. Niederösterreichs Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) beschrieb sie laut meinbezirk.at als Mensch, der „das Herz am rechten Fleck“ gehabt und vielen Betroffenen durch ihre Offenheit Mut gemacht habe.

Gesundheitsministerin Korinna Schumann (SPÖ) sagte gegenüber ORF.at, Kdolskys Bereitschaft, so offen über ihre Krankheit zu sprechen, „verdient großen Respekt“. NEOS-Klubobfrau Indra Collini würdigte die Verstorbene als „direkt, ehrlich und voller Energie“. Kdolsky hinterlässt einen Sohn.