Donald Trumps Name muss vom John F. Kennedy Center in Washington verschwinden, und zwar bis Freitagnacht. Der zuständige US-Bundesrichter Christopher „Casey“ Cooper lehnte am 12. Juni einen Antrag des Vorstands ab, sein Urteil vom 29. Mai bis zum Abschluss eines Berufungsverfahrens auszusetzen. Stunden später wies auch das Berufungsgericht für den District of Columbia einen entsprechenden Eilantrag ab.

Cooper hatte Ende Mai entschieden, dass nur der Kongress den Namen des nationalen Kulturzentrums ändern könne. „Congress gave the Kennedy Center its name, and only Congress can change it“, schrieb der von Barack Obama ernannte Bundesrichter in seinem Urteil, das die Washington Post, NPR und CNBC dokumentieren. Trump hatte das Haus per Verfügung in „Trump Kennedy Center“ umbenannt und sich selbst zum Vorsitzenden des Vorstands gemacht, nachdem er im Februar bestehende Vorstandsmitglieder entlassen hatte.

Schon vor der Frist hatte der Generalstaatsanwalt des Hauses sein Personal in einem internen Memo angewiesen, sämtliche Verweise auf Trumps Namen von Schildern, Broschüren, der Website und sonstigen Materialien zu entfernen. Dass dieser Schritt bereits eingeleitet sei, hielt Cooper dem Antrag der Trump-Administration in seiner Ablehnung entgegen: Die laufenden Vorbereitungen würden „die Annahme widerlegen, dass die Beklagten bei vollständiger Befolgung der Anordnung einen nicht wiedergutzumachenden Schaden erleiden“, zitiert MSN den Beschluss.

Congress gave the Kennedy Center its name, and only Congress can change it.
- Christopher Cooper, US-Bundesrichter

Erst die Umbenennung, dann der Renovierungsstopp

Geklagt hatte ein vom früheren Präsidenten Joe Biden ernanntes Vorstandsmitglied, das gegen die Entlassungen und die Umbenennung vorgegangen war. Cooper untersagte parallel auch eine geplante zweijährige Schließung des Hauses für Renovierungsarbeiten, die im Juli beginnen sollte: Der von Trump installierte Vorstand habe seine gesetzlichen Pflichten nicht erfüllt, urteilte der Richter laut Rolling Stone. Das Justizministerium kündigte an, die Berufung am Hauptverfahren fortzusetzen, das Berufungsgericht lasse die Möglichkeit offen, dass Trumps Name später erneut angebracht werde, berichtete NPR.

Trump selbst erklärte zuletzt, er werde die Leitung des Centers „an den Kongress zurückgeben“, nachdem er mehrere Verfahren rund um das Haus verloren hatte. Auf dem Spielplan stehen unterdessen ohne ihn Aufführungen wie „Moulin Rouge! The Musical“ ab dem 17. Juni - in einem Haus, das nach 55 Jahren seit der Eröffnung 1971 wieder ausschließlich den Namen des 35. US-Präsidenten trägt.